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Zwischen Alt und Neu: Shoppen in Hernals

11. September 2015 / von / 0 Kommentare

„Hernois is ois“, singen die Fans des Wiener Sportklub auf der Friedhofstribüne und drücken damit nicht nur ihre Liebe zum Fußballverein, sondern auch zum 17. Wiener Gemeindebezirk aus. In Hernals, dem sich vom Gürtel bis Neuwaldegg streckenden Bezirk, sucht man angesagte Shops und Bars (noch) vergebens. Hier wird hauptsächlich gewohnt, geht man nach der Arbeit ins Beisl auf ein Bier und ein Schnitzel oder zum Heurigen auf einen Gemischten Satz. Wir waren entlang der Hernalser Hauptstraße einkaufen und haben zwischen den alteingesessenen Geschäften auch neue Läden entdeckt.

Shopper: Marco Weise | Fotos: Igor Ripak

 

 

Metropol

Die traditionelle Vorstadt-Bühne kann auf eine lange Geschichte in puncto leichter Unterhaltung zurückblicken. Schon im Jahr 1860 wurde hier bei Bällen getanzt und bei diversen rauschenden Festen die Nacht zum Tag gemacht. Um die Jahrhundertwende erreichte die Vergnügungsstätte ihren ersten Höhepunkt. Viele KünstlerInnen wurden hier bereits beklatscht: Einige machten hier ihre ersten Erfahrungen auf der Bühne, wurden bekannt und eroberten von Hernals aus die Welt. Dann passierte im damaligen Etablissement Klein lange Zeit nichts. Nach einer Renovierung der Räumlichkeiten Ende der 1970er Jahre wurde das Traditionshaus unter dem Namen Metropol im Jahr 1981 wiedereröffnet. Nun gibt es drei Bühnen – darunter die urige Pawlatschen-Freiluftbühne. Während im großen Saal Musiker und Sänger den Ton angeben, agieren im kleinen Saal diverse UnterhaltungskünstlerInnen an der Grenze zwischen Kabarett und Theater.

Hernalser Hauptstraße 55
Mo-Sa 10 bis 18 Uhr

Foto: Lalo Jodlbauer

 

 

Biofisch

In einem kleinen Innenhof in der Bergsteggasse liegt ein Paradies für Fischliebhaber. Täglich wird hier frischer Bio-Fisch aus unterschiedlichen Regionen Österreichs angeliefert, verarbeitet und veredelt. Die Fische stammen aus dem Waldviertel, aus Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten. Je nach Jahreszeit kann man sich mit Karpfen, Forelle, Saibling, Barsch, Hecht, Wels, Schleie, Zander und Lachs eindecken. „Den Lachs müssen wir aber aus einer biologischen Aquakultur in Irland importieren“, sagt Fischwirtschaftsmeister Marc Mößner, der die Biofisch GmbH leitet, im Gespräch. Gezüchtet werden die heimischen Speisefische ausschließlich nach den Kriterien der ökologischen Landwirtschaft und in traditioneller Handarbeit. „Diese Handarbeit schmeckt man auch“, ist sich Mößner sicher, der mit seinen MitarbeiterInnen auch Kurse anbietet. Wer also selber gerne mal einen Fisch richtig filetieren möchte, kann das hier mit ExpertInnen erlernen. Noch bis Mitte Oktober gibt es jedes 2. und 4. Wochenende einen Biofisch-Heurigen mit frisch gegrilltem Steckerlfisch, Fish ´n´Chips, verschiedenen Räucherfischen und Rundgängen durch die Biofisch-Manufaktur.

Bergsteiggasse 5
Verkauf: Do-Fr 12 bis 18 Uhr
Heuriger: Sa ab 15 Uhr, So ab 14 Uhr

 

 

Brandstetter

Das Wein- und Bierhaus zum Alsegg ist eine fixe Anlaufstelle, wenn es um traditionelle Wiener Küche und alte Wirtshaus-Kultur mit dementsprechendem Flair geht. Hier ist vieles noch so wie vor vierzig, fünfzig Jahren. Das Essen, die Atmosphäre und das Interieur. Die Original-Einrichtung des Beisls ist großteils original erhalten. Die zentrale Schank ist wuchtig und ist aus Holz, dahinter fließt das wohltemperierte Pilsner Urquell, Villacher Märzen oder Velko aus den Leitungen und davor stehen Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und philopsophieren über aktuelle Themen oder über den Tabellenstand und die Zukunft ihres Stammvereins, der in Hernals nur Sportklub heißen kann. Deshalb ist der Brandstetter auch offizielle Kartenvorverkaufsstelle des Wiener Traditionsvereins, der nur unweit des Wirtshauses seine Heimspiele austrägt.

Hernalser Hauptstraße 134
Mo-So von 8 bis 24 Uhr

 

 

Kamakoma

In Karl & Marias Kooperationsmaschine (kurz: Kamakoma) gibt es auf 12 Quadratmeter allerhand zu entdecken. So gut wie überall stehen, liegen und hängen hier Geschenkideen herum. Genäht und handgefertigt werden sie zum Teil von Maria Sulzer, die hier gemeinsam mit Karl Schönswetter seit 2012 den wunderschönen Laden mit Holzvertäfelung betreibt. Während der Fotograf einen Teil seiner Arbeiten ausstellt, präsentiert Sulzer ihre aus Stoff gefertigten Ketten, Ohrringe, Aschenbecher, Schmuckschatullen, Eierbecher, Puppen für Kinder, Haarreifen, Taschen und Schlüsselanhänger. Man kann hier auch die wahnsinnig tollen Bücher der Edition Krill kaufen oder sich handgemachte Knopfkarten aus dem Hause Luftlinie zulegen. Und wer einfach nur bei einer Tasse Tee oder einen leckeren „Autcider“, abgefüllt vom Most-Experten Wolfgang Schober, Neues aus dem Grätzel erfahren möchte, ist hier auch gut aufgehoben.

Hernalser Haupstraße 49
Mo, Di, Do 14:15-18:30 Uhr
Mi 10-13 Uhr
Fr 13-18 Uhr

 

 

Linusch

Designerin Tehilla Gitterle streicht sanft über eines ihrer Kleidungsstücke und sagt: „Ich lege sehr viel Wert auf die Stoffe.“ Natürlich und angenehm sollen sie sich auf der Haut anfühlen. Sie verwende dazu hauptsächlich Leinen und Baumwolle – synthetische Textilien kommen für sie gar nicht in Frage. Bei der Konzeption ihrer Designs verzichtet Gitterle auf modische Trends: Zeitlos, schlicht und minimalistisch sollen ihre Kollektionen sein. Neben den im Shop verfügbaren Einzelstücken wird auch Maß genommen. Wichtig sind für die Absolventin der Modeschule Hetzendorf Farben und Muster, die sie selbst entwirft, per Siebdruckverfahren auf die Stoffe bringt und mit viel Gespür kombiniert. In den Genuss dieser Kleidung kommen zwar leider nur Frauen, aber auch Männer seien herzlich willkommen. Zeit für Wünsche nimmt sich die Designerin immer. Ihre Kollektionen überzeugen durch vielseitig kombinierbare Schnitte und haben neben hohem Tragekomfort auch den nötigen Glamour-Faktor. Schick!

Hernalser Haupstraße 49
Mo, Mi, Do, Fr 10-13 & 15-18:30 Uhr
Di 13-18 Uhr

 

 

Metzker

Das Team der Fleischerei Metzker steht seit Jahren für herausragende Qualität in Sachen Wurst und Fleisch. Diese Professionalität merkt man auch sofort, wenn man den kleinen, aber übersichtlichen Laden betritt. Neben dem Warmhalter, in dem der Leberkäse auf Kundschaft wartet, erstreckt sich eine Kühlvitrine, in der diverse Wurstspezialitäten lagern. Von welcher Klasse die sind, sieht man, wenn man seinen Blick von den Köstlichkeiten abwendet und ihn auf die Wände richtet. Hier hängt eine Urkunde, dort eine internationale Auszeichnung für die Brat- und Presswurst in Gold. Das Faschierte (vom Schwein und/oder Rind) wird hier frisch durch den Fleischwolf gedreht, was sich bei der anschließenden Verarbeitung auch bezahlt macht. Und wenn man das richtige Stück Fleisch für einen Sonntagsbraten oder ein Gulasch benötigt, dann lässt man sich einfach vom Fleischhauer beraten, der einen dann mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Fleisch, es wird an dieser Adresse gut behandelt.

Mariengasse 7
Mo, Di, Do 6-13 & 15:30-18:30 Uhr
Mi 6-13 Uhr
Fr 6-13 Uhr & 15-18:30 Uhr
Sa 6:30-12 Uhr


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