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Wörterbuch: Von Ansaschmäh bis Zniachtl

07. Oktober 2014 / von / 0 Kommentare

Habt ihr auch schon mal eine Breslfetzn gegessen oder an Fensterschwitz getrunken? Wir hoffen, ihr musstet deswegen nicht moscherln oder kennt gar wen, der sich eintrankelt hat und den Holzpyjama anziagn musste. Vielleicht macht euch so ein Lercherlschas ja auch nichts aus, ihr seid ja schließlich keine Seicherln.

Was das bedeutet, lest ihr in unserer kleinen Kostprobe des Wienerischen aus dem “Wiener Wörterbuch” von Peter Ahorner.

 

abstauben

1. etwas sehr günstig (oder gratis) erhalten 2. Was du machst, hat an Sinn wia Briketts abstauben. – Was du tust, ist völlig aussichtslos.

Ansaschmäh

durchschaubarer, weil oft angewandter Trick

barabern

schwer arbeiten

Breslfetzn

Wiener Schnitzel minderer Qualität

dalkert

ungeschickt, dumm

damisch

1. benommen, schwindelig 2. dumm

dudeln

Wiener Ausführung des Jodelns

eintrankeln

betrunken machen (sich oder andere)

Falott

suspekter Kerl (ital. il fa lotto: er spielt Lotto; ist demnach verlottert)

Fensterschwitz

schlechtes Bier

glurn

anstarren

Grischpindl

Abgemagerter, Schwächling

Hascherl

1. scheues Wesen 2. bemitleidenswerte Person

Hieb

1. Bezirk 2. Rausch 3. Dachschaden

Holzpyjama

Sarg

Kracherl

Sprudel mit Fruchtgeschmack

largieren

1. sich nicht anstrengen 2. ein Anstrengen vortäuschen

Lercherlschas

etwas von keinerlei Bedeutung

moscherln

1. ärgern 2. Du kannst mi moscherln! – Rutsch mir den Buckel runter!

Ozwickta

(Abgezwickter) Kleinwüchsiger

Pfrnak

große Nase (tsch. frnāk: lange Nase)

ruacheln

raffen, aus Habgier viel arbeiten

Seicherl

1. Sieb 2. ängstlicher Mensch

Toches

Hintern (jidd. tachat: unten)

umawochsn lassen

herüberreichen, (her)geben: Loss an Hunderter umawochsn!

Veigerl

1. Veilchen 2. blaues Auge 3. 500-Euro-Note

Zniachtl

kleiner, schwächlicher Mensch

 



Aus dem Buch: „Wiener Wörterbuch" (Peter Ahorner)

Wiener Wörterbuch – Von Ansaschmäh bis Zniachtl // 128 Seiten, ISBN: 978-3-8000-7591-1, © 2014, Ueberreuter Verlag // EUR 12,95

 

Zum Autor
Peter Ahorner, geboren 1957, arbeitete zunächst als freier Werbetexter und Autor satirischer Kolumnen. Später veröffentlichte er zahlreiche Liedtexte auf CD und schrieb Kabarettprogramme sowie Musicals. Er tritt regelmäßig mit dem Wiener Duo “Die Strottern” auf. Peter Ahorner lebt in Wien. Bei Ueberreuter zuletzt erschienen: “Wiener Wörterbuch” und “Handbuch der österreichischen Schimpfwörter”.


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