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Wir haben nachgefragt: Soll Wien mehr Platz für Flüchtlinge schaffen?

11. September 2015 / von / 0 Kommentare

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> Michael Häupl (Bürgermeister, SPÖ Wien): Es ist meine Überzeugung, dass wir Menschen, die mit ihren Kindern um ihr Leben fürchten und vor Krieg fliehen, helfen müssen. Ja, Menschen, die an Leib und Leben gefährdet sind, werden in Wien immer Schutz finden.

 

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> Joachim Kovacs (Klubobmann, Die Grünen Ottakring): Ja. Wien übererfüllt die Quote, kann und wird, in Zeiten weltweiter Krisen, aber noch mehr leisten. Mikl-Leitner ist als Innenministerin längst gescheitert und mehr als rücktrittsreif. Zeltstädte und am Boden schlafende Flüchtlinge sind eine Schande für eines der reichsten Länder der Welt. Derart menschenunwürdig mit den Ärmsten umzugehen, verdient nur ein Wort: Jenseitig!

 

christianwind.com_0033_Beate Meinl-Resinger_wv Foto: Christian Wind

 

> Beate Meinl-Resinger (Vorsitzende NEOS Wien): Aus den Bürgerkriegsgebieten kommen Menschen, die dringend Hilfe benötigen. Unsere Bundesregierung ist unfähig, diese Hilfe zu organisieren. Das ist irritierend und beschämend. Zusammenarbeit ist gefragt, das heißt die EU muss hier dringend eine faire Lösung finden. Was wir sicher nicht brauchen, sind überforderte Minister, die ihre Arbeit verweigern und rechte Hetzer wie Strache, die einen Spalt

 

Alexander_Pollak_Fotografin Foto: Karin Wasner

 

> Alexander Pollak (SOS Mitmensch): Die Aufnahme zehntausender Schutzsuchender ist eine enorme Herausforderung. Österreich hat solche Herausforderungen schon mehrfach gut gemeistert. Auch jetzt ist das wieder möglich. Dazu braucht es eine gemeinsame Anstrengung, bei der Wien als Hauptstadt eine wichtige Rolle zukommt. Daher: Ja, es wurde schon einiges getan, aber es ist noch viel zu tun, auch in Wien.

 

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> Klaus Schwertner (Caritas Wien): Solange in Traiskirchen Kinder unter freiem Himmel schlafen, können wir die Hände nicht in den Schoß legen. Nicht in Wien und schon gar nicht in jenen Gemeinden, die bis heute keinen Flüchtling aufgenommen haben. Traiskirchen ist eine humanitäre Niederlage für die ganze Republik! Flucht ist kein Verbrechen und Asyl ein Menschenrecht, das wir endlich mit Leben füllen müssen.

 

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> Manfred Juraczka  (Landesparteiobmann, ÖVP Wien): Menschen, die um Leib und Leben fürchten, müssen wir helfen. Das verlangt nicht nur mein christlich-soziales Weltbild. Es ist aber ein Irrglaube, dass Wien oder Österreich mit neuen Plätzen für Flüchtlinge das Problem lösen können. Es ist eine Frage, die auf europäischer Ebene beantwortet werden muss. Denn das Flüchtlings-Drama ist eine weltpolitische Herausforderung.

 

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> Günter Ecker (Geschäftsführer, Verein Menschenrechte): Ja, keine Stadt oder Gemeinde kann sich den Herausforderungen durch die stark gestiegene Asylwerberzahl entziehen. Wien wird aber vor allem in der Integration anerkannter Flüchtlinge gefordert sein, da nach der Schutzgewährung die einzige Großstadt Österreichs mit ihren Communities eine starke Anziehungskraft auf Flüchtlinge aus anderen Bundesländern hat.

 

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> Herbert Langthaler (Rassismus-Experte, Asylkoordination Österreich): Obwohl Wien bereits entsprechend der Bundesländerquote genug Asylsuchende aufgenommen hat – die „Quote“ sogar übererfüllt – sollte die Stadt in der momentanen Situation mehr Quartiere schaffen. Viele der Flüchtlinge in Wien wohnen zurzeit in privaten Quartieren, es sollten also mehr betreute Quartiere eröffnet werden. Besonders bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hat Wien noch Nachholbedarf.

 

Foto oben: © Shutterstock


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