Das Projekt Wienerwand schafft Raum für Graffiti-KünstlerInnen.

Wien: Wo Sprayen erlaubt ist

25. September 2014 / von / 0 Kommentare

Seit Anfang März dieses Jahres sitzt der Wiener Sprayer „Puber“ bereits in Untersuchungshaft. Er soll etliche Hauswände in Wien mit seinem Schriftzug besprüht haben. Der Antrag auf Fußfesseln wurde dem 29-Jährigen kürzlich verwehrt. Auch abseits der Schlagzeilen gehören Graffitis, Tags und Streetart schon lange zum Stadtbild Wiens dazu. 

Täglich 13 Anzeigen

In einer aktuellen Aussendung des Bundeskriminalamtes (BK) und des Versicherungsverbandes (VVO) wird beklagt, dass pro Tag 13 Sachbeschädigungen durch Graffitis verursacht werden. Für Herwig Lenz, Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes, ist das Sprayen kein Kavaliersdelikt: „Die Täter sind sich in sehr vielen Fällen sehr wohl bewusst, welches Delikt sie setzen und welche hohen Schäden sie anrichten. Sie planen ihre Aktionen, vermummen sich und einer steht Schmiere.”

Legale Wände in Wien

Kriminalisierung führt jedoch nicht zum gewünschten Erfolg: Graffiti und Streetart gehören zum urbanen Stadtbild dazu und können nicht gänzlich verbannt werden, meinen die KünstlerInnen aus der Graffitiszene, auch „Writer” genannt, auf der anderen Seite. Um ihnen mehr Raum zu geben, wurden im Rahmen der Aktion „WienerWand“ neue legale Flächen geschaffen. Die Wände wurden mit dem Logo einer Taube gekennzeichnet.

Damit das funktioniert, müssen sich die SprayerInnen an gewisse Nutzungsregeln halten. Sie bringen ihre Materialien selbst mit und entsorgen diese auch wieder. Der Bestand der Kunstwerke kann dabei naturgemäß nicht garantiert werden. Doch der respektvolle Umgang – vor allem mit sehr gelungenen Werken – gehört zum Ehrenkodex der Szene. Gemalt werden darf etwa zwischen der Roßauer Brücke und der Augartenbrücke, beim Aufgang zum Skaterplatz im Arne-Carlsson-Park, am Donaukanal beim Schottenring und an der Nordbrücke. Die Liste der Orte, an denen man in Wien legal sprayen kann, ist unter wienerwand.at zu finden.

Foto: Das Projekt Wienerwand schafft Raum für Graffiti-KünstlerInnen. (© Shutterstock)


Kommentieren


8 − 3 =