Fest der Freude mit Präsentation der Studie

Studie: ÖsterreicherInnen sind tolerant – nur nicht beim Thema Religion

27. April 2015 / von / 0 Kommentare

Am 8. Mai jährt sich die Befreiung vom nationalsozialistischen Regime zum 70. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums hat das Mauthausen Komitee eine Studie in Auftrag gegeben, die ermitteln sollte, wie tolerant die ÖsterreicherInnen sind. Das Ergebnis: Beim Thema Religion scheiden sich die Geister.

  • 1.000 befragte Österreicher/innen schätzen sich selbst als sehr tolerant ein – aber bewerten die anderen als intolerant.
  • Toleranz gegenüber Homosexualität ist stark entwickelt.
  • Ethnische Herkunft und Hautfarbe sind in vielen Lebenssituationen kein Thema (mehr).
  • Aber: Mehrheitlich Intoleranz gegenüber anderen Religionen ist vorhanden.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime hat das Mauthausen Komitee Österreich erhoben, wie es heute um die Toleranz in unserem Land bestellt ist. Das Meinungsforschungsinstitut meinungsraum.at hat dazu 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu heiklen Toleranzthemen befragt – gegliedert in die Bereiche Sexualität, ethnische Herkunft und Hautfarbe, Religion, Geschlecht und Behinderung.

Toleranz gegenüber Homosexualität

Die Selbstbeschreibung der ÖsterreicherInnen zeigt: sie sehen sich als toleranter an, als gemeinhein angenommen wird. Drei Viertel der Befragten sind tolerant gegenüber Homosexualität und gleichgeschlechtlicher Ehe. Dennoch: 22 Prozent der ÖsterreicherInnen hätten ein Problem damit, wenn jemand aus der eigenen Familie sich zur Homosexualität bekennt. 42 Prozent würde es außerdem stören, wenn die Verkäuferin im Geschäft ein Kopftuch trägt.

Probleme mit MuslimInnen

Einzig beim Thema Religion zeigt sich eine deutliche Mehrheit intolerant – insbesondere gegenüber MuslimInnen: So hätten etwa zwei Drittel der ÖsterreicherInnen (65 Prozent) ein Problem damit, wenn jemand aus der Familie zum Islam übertreten will. Ebenso würde es 64 Prozent stören, wenn in der Nachbarschaft eine Moschee gebaut würde. Intoleranz ist aber auch gegenüber anderen Religionen vorhanden: So hätten 4 von 10 ÖsterreicherInnen (42 Prozent) ein Problem mit der Errichtung eines Buddhistischen Zentrums in der Nachbarschaft..

Wie bei allen Studien liegen auch hier Selbst- und Fremdbild weit auseinander: Die ÖsterreicherInnen schätzen sich selbst als sehr tolerant ein (72 Prozent), bewerten die Mehrheit ihrer Landsleute aber als intolerant (60 Prozent). Insgesamt werden die Studienergebnisse aber als positiv bewertet. „Toleranz ist ein Gradmesser dafür, wie entwickelt eine Gesellschaft ist. Je toleranter Menschen sind, desto weniger sind sie empfänglich für autoritäre Handlungsmuster – und umgekehrt“, so der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, Willi Mernyi.

Fest der Freude am 8. Mai

Am 8. Mai findet ab 19.30 Uhr am Wiener Heldenplatz das “Fest der Freude” anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime statt. Das Highlight: Ein Konzert der Wiener Symphoniker.

Foto: MKÖ/APA-Fotoservice/Preiss

 


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