kolumne4

Smartphone Tagebuch: Wien aus der Kindheit

07. April 2015 / von / 0 Kommentare

Es riecht nach Tee und ich habe Lust auf Kaffee. Am Schreibtisch liegt eine To-Do-Liste und ich habe heute noch einiges vor mir. Und das an einem Sonntag.

Von Teresa Hammerl

Aber zuerst einmal Kaffee machen, dann geht alles leichter und auch das Erinnern ist nicht ganz so schwer. Ich möchte mich erinnern, ich möchte aufschreiben, wo ich meine Kindheit verbracht habe. Aufgewachsen bin ich im zweiten Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt. In der Nähe vom Prater, da wo auch gleich der grüne Prater ist. Auf der einen Seite. Auf der anderen ist die Donau. Als Kind war das ein Paradies. Mit dem Rad entweder bis zum Lusthaus fahren oder zur Donau gehen und die Enten beobachten.

Aus alt macht neu: Wie alles anders wird

Heute hat sich da vieles verändert, die Messe ist komplett neu gebaut und keine große Halle und ungenutzte Gleise sind mehr die Sicht aus der Wohnung, in der wir damals wohnten. Heute ist da eine U-Bahn Station, eine von denen, die damals auf Grund der EM und der U2-Verlängerung errichtet wurden. In dieser Gegend dort gibt es auch viele Gemeindebauten, „im Gemeindebau zu wohnen, ist schön, man muss es nur verstehen”, hat mir meine Oma mal erzählt. Sie wohnt mit meinem Opa ebenso in dieser Gegend, „wir haben unser Nest seit 1961 ausgestattet. Es sind dies Vorzimmer, Bad, WC, Küche.”

Damals

Als ich noch klein war, dauerte es noch länger, bis man in der Stadt war, da fuhr noch die Straßenbahnlinie 21, bevor sie von der U-Bahn ersetzt wurde. Heute ist man in zehn Minuten in der Innenstadt. Am liebsten gehe ich da heute mit Mama essen, am neuen WU Campus haben sich einige neue Lokale angesiedelt. Das gab es früher in der Gegend gar nicht. Also Möglichkeiten, um essen zu gehen.

Zeit mit der Familie

Und bei meinen Großeltern im Aufzug kann man die besten #fescheraufzug Fotos machen. Mit Garfield, selbstverständlich. Ein Besuch bei meinen Großeltern, am Wochenende, bringt mich dann auch wieder auf eine Zeitreise in meine Kindheit. Das gute Essen, das Kuvert mit dem Herzen und meinem Namen versehen, den meine Oma draufgeschrieben hat, da ist alles wieder wie vor vielen Jahren. Ich habe viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht und bin stundenlang mit der Eisenbahn im Kreis gefahren. Die Eisenbahn war aus Legosteinen und bei weitem nicht so groß, wie ich sie heute in Erinnerung habe.

Es macht Spaß, über all dies nachzudenken, sich damit zu beschäftigen. Die To-Do-Liste, die immer noch am Schreibtisch liegt, werde ich heute hingegen einmal ignorieren. Deadlines können warten. Die Texte, in denen es über persönliche Dinge geht, über das, was man selbst erlebt hat, wo man Gefühle hat und sich an jeden Geruch, jede Emotion und an Berührungen erinnert, sind doch die Texte, die ich am liebsten schreibe.

Teresas Album

Folge Teresa auf Twitter und Instagram!

Kommentieren


+ 2 = 11