Teresa

Smartphone Tagebuch: 38 Tage Sehnsucht

08. November 2014 / von / 0 Kommentare

Eine Fernbeziehung ist passives Ertragen von langsam vergehender Zeit. Ich habe 38 Tage Sehnsucht getestet, ich möchte sie nicht umtauschen, aber ich werde sie nicht wieder kaufen. Während ich in Wien blieb, ist er in auf einem anderen Kontinent.

Von Teresa Hammerl

Die Tage, an denen man getrennt ist, sind für mich vor allem eine Entdeckungstour durch die eigene Stadt, eine Suche nach Ablenkung. Es ist das Ausreizen sozialer Kontakte und ein Basteln von Wohlfühlorten. Ein Finden von Plätzen, an denen man sich wie zuhause fühlt, ohne zuhause zu sein. Hier wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass flexibles Arbeiten, von egal wo auf der Welt, gleichzeitig bedeutet, dass man nie wieder alle Menschen, die einem wichtig sind, an einem Ort versammelt haben wird.

Ein Heißgetränk sorgt für Wohlbefinden

Was man sich deshalb schaffen muss, sind einerseits Komfortzonen mit Kaffee, andererseits hauptsächlich die Orte, wo die Menschen vorbeikommen, die einen ans Herz gewachsen sind. Oder eben beides. Es ist schlicht der Versuch, nicht alleine zu sein, während man es ganz besonders ist.

Solche Komfortorte sind für mich in Wien der sektor5, ein Coworking Space im 5. Wiener Gemeindebezirk, für den Flausch während des Tages. Weiters das Sneak In im 7. Bezirk, mit dem besten Barspruch, und das kaffemik, ebenso im 7. Bezirk, wo man die wunderbare Möglichkeit hat, auch am Samstag, einfach zu sitzen und, ohne vorher Termine auszumachen, Freunde zu treffen. Ein Hipster Hotspot, in dem man einen Flat White bestellen und genüsslich den Milchschaum genießen kann.

Berlin liegt gleich ums Eck

Geht es dann einmal gar nicht mehr, hilft ein spontaner Abstecher nach Berlin. Eine Stunde Flug, ein Tapetenwechsel und beim Spazierengehen das unerwartete Vorfinden von einem Sticker, der „Good Things Will Happen Soon“ verlautbart.

Dann irgendwann kommt der Punkt, wo das Herumsitzen zu wenig der Ablenkung ist. Klettern ist dann das Stichwort und zwar in der Kletterhalle Wien, im 22. Bezirk. Eine sportliche Aktivität, bei der man mit Denken beschäftigt ist und zwar nicht mit Denken an die Sehnsucht, sondern an die Klettergriffe. Und da ich auch da nicht alleine hingehe und wir alle irgendwie im Internet wohnen, haben wir uns dazu einen Namen und gleichzeitig einen Hashtag überlegt. Wir sind die #hobbyfreunde.

Flughafen, ein Ort für große Emotionen

Während ich hier schreibe, kommen die 38 Tage Sehnsucht langsam zu einem Ende. Sie werden durch eine Wiedersehensszene am Flughafen von San Francisco beendet werden. Ich liebe Flughäfen genau dafür, sie sind für mich eine wunderbare Ansammlung an Gefühlen. Ein Ort, an dem man Sehnsucht wieder gegen Leidenschaft tauschen kann. Was gibt es Schöneres!

Teresas Album

Auf andere Gedanken kommen: Egal ob kluge Sprüche, eine sportliche Aktivität, die man gemeinsam mit anderen ausüben kann, oder das Kaffee trinken mit Freundinnen und Freunden: Die wichtigsten Erlebnisse halte ich mit dem Smartphone fest. So kann ich jemanden daran teilhaben lassen, auch wenn er sich gerade nicht in Händehaltenreichweite befindet.

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