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Mein Wien: Arman T. Riahi

16. Dezember 2014 / von / 0 Kommentare

Der Filmemacher Arman T. Riahi ist 1981 im Iran geboren und im 15. Wiener Gemeindebezirk aufgewachsen. Riahi studierte Medientechnik und arbeitete als Screen- und Grafikdesigner in London. Sein erster Kinofilm „Schwarzkopf“ handelt vom Leben junger Migranten aus der zweiten und dritten Generation in Wien. Im Mittelpunkt dieses Porträts steht der österreichische Rapper Nazar. Gemeinsam mit seinem Bruder und Filmemacher Arash T. Riahi produzierte Arman den Dokumentarfilm „Everyday Rebellion“, der sich mit gewaltfreiem Protest auseinandersetzt. Abseits gesellschaftskritischer Themen erzählt uns der Filmemacher heute von seinen Lieblingsplätzen in Wien:

MOCHI
(2., Praterstraße 15)
“Wohl kein großer Geheimtipp mehr, aber nichtsdestotrotz ein super Restaurant mit sehr gutem asiatischen Essen. Bei gutem Wetter kann man draußen sitzen und der Verkehrslärm hält sich in Grenzen. Sie haben unter anderem leiwande Rolls, die mich wehmütig an die grandios große Auswahl unterschiedlichster Rolls in japanischen Restaurants in Los Angeles erinnern.”

LOBAU
(22., Dechtanweg 8)
“Heute lebe ich in Gehweite zur Lobau, und genieße es sehr, etwas außerhalb der Stadt zu wohnen. Meine Freunde ziehen mich jedoch manchmal noch auf, denn seit ich denken kann, lebe ich im Beton. Aber mit dem Alter ändert man sich wohl und wenn ich tagsüber unter der Woche in der Stadt bin, freut es mich richtig, dass ich abends Natur, Ruhe und bessere Luft genießen darf. Die Lobau und die Anfänge des Naturparks Donauauen ist ein unglaublich schönes Erholungsgebiet, das ich jedem empfehlen kann.”

SCHWENDERMARKT
(15., Schwendergasse)
“Mit dem Schwendermarkt und dem gesamten Grätzel zwischen Westbahnhof bis hin zum Auer-Welsbach-Park verbinden mich viele Erinnerungen. Ich habe den Großteil meiner Kindheit in Fünfhaus verbracht, und sehe mich immer noch als ein Kind des 15. Bezirkes. Bis heute fühle ich mich nirgends auf der Welt wohler. Heute wird die Gegend generalsaniert, der 15. bekommt sehr viel Strukturförderung und wird mittlerweile von immer mehr Menschen entdeckt.”

Augarten- und Rembrandtviertel
(2., Obere Augartenstraße)
“Auf der Oberen Donaustraße hatte meine Familie ihre erste Wohnung nach der Flucht aus dem Iran. Das Augartenviertel und das Rembrandtviertel sind für mich typisch Wien: Das gründerzeitliche Flair, die Backsteinhäuser entlang des Donaukanals, der herbstliche Augarten und sein Flakturm, die engen verwinkelten Gassen der Leopoldstadt im heißen Sommer, die kleinen Cafés und Wirtshäuser inmitten eigenartiger industrieller Bebauung. Herrlich! Dort kann man zur 24-h-Bäckerei, im Augarten einen Café trinken oder, wenn man es feiner will, in der Schönen Perle frühstücken.”

ANKERBROTFABRIK
(10., Absberggasse 27)
“Die Ankerbrotfabrik hat erst vor Kurzem eröffnet und ist wohl mittlerweile den meisten ein Begriff. Wir haben sie vor einigen Jahren besucht, als sie im Umbau war, denn mein Bruder Arash und ich drehen dort teilweise unseren nächsten Kinodokumentarfilm. Die Ankerbrotfabrik ist mittlerweile eine Melange aus sozialen Vereinen wie Superar, der Kindern Musik- und Tanzunterricht gibt, Kulturinstitutionen wie dem Ostlicht und kreativen Büros und Geschäften. Sogar eine Gemeinschaftsküche gibt es dort. Und das Essen in der Kantine ist ebenfalls super. Ein kultureller Schmelztiegel, denn sie steht mitten auf der berühmt-berüchtigten “Kreta”.”


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