foto4

Kolumne: Liebes Tagebuch

15. Dezember 2014 / von / 0 Kommentare

Ich schreibe dir heute, weil ich dir von den letzten Wochen erzählen möchte. Ich war einen Monat lang in den USA unterwegs, auf einem Road Trip. Zu viert, so wie in einem kitschigen Road Trip Movie mit Route 66 und allem, was dazugehört.

Von Teresa Hammerl

Anschließend war ich auch noch in Madrid und jetzt sitze ich hier in Wien, an der Bettkante und tippe diesen Brief an dich. Das, was mir in dieser Zeit, als ich unterwegs war, am meisten bewusst wurde, ist, was wirklich wichtig im Leben ist. Ja, damit meine ich natürlich zuallererst dich, liebes Smartphone.

Wenig ist wirklich wichtig

Was brauche ich sonst noch zum Happy sein? Meine Pinzette, meine Haarbürste, mein MacBook und meinen Kaffee. Gesundheit und das Wissen, dass es meiner Familie – meiner Mama, meinem Papa und meinen Großeltern – gut geht. All das gibt mir das Gefühl, sicher zu sein.

Ich habe gemerkt, dass man all die anderen Dinge, die man so im Laufe der Zeit ansammelt, die man in den hintersten Winkeln der Wohnung versteckt, mit denen man Regale, Schubladen, Kommoden und Schränke füllt, gar nicht braucht. Sie machen einen Wohnraum, aber kein Leben aus.

Vom Lieben

Ach ja, etwas gibt es da noch, das man braucht. Die Liebe. Und dazu gehört der Mensch, dem sie gewidmet ist. Neben dem will ich aufwachen. Jeden Morgen.

Und meine Freundinnen und Freunde wohnen in dir, liebes Smartphone, wenn du Empfang hast, wenn du mit dem Internet verbunden bist, kann ich sie immer mit mir herumtragen. Egal wo ich gerade bin. Das ist ok, wenn sie nicht physisch da sind.

Meine Freundin Yvonne, die nach Berlin gegangen ist, Anna, die ums Eck wohnt oder Lisa, die wahrscheinlich gerade irgendwo zwischen Österreich und San Francisco ist. Sie alle sind irgendwie immer mit dabei. Und dann ist da noch diese Sache mit der mehr als nur freundschaftlichen Liebe:

Von der Ehe, dem Geschirrspülen und dem Geschirrspüler

Mit der Liebe ist es so wie mit der Ehe, dem Geschirr abwaschen und dem Geschirrspüler. Es muss nicht immer alles abgewaschen sein, damit die Liebe perfekt ist. Wenn einem das Geschirr aber sehr wichtig ist und man bereit ist ein ganzes Leben lang davon zu essen, dann sollte man es beschützen und pflegen. Wenn man es an einem sicheren Ort haben möchte, dann kauft man dem Geschirr einen Geschirrspüler. Man macht ernst. Für den Geschirrspüler ist aber nur stabiles Geschirr gedacht, das auch mal eine hitzige Situation beim Spülen aushält, dann aber immer wieder strahlend herauskommt. Und das ganz lange.

Das ist wie mit einer Beziehung, die man zu einer Ehe macht. Es ist etwas Ernstes, etwas Hitziges, aber vor allem etwas Strahlendes. Denn eine Hochzeit ist eine Bereitschaft, eine Verpflichtung zu zweit einzugehen und nicht die Bereitschaft eine Rechnung für den Hochzeitsplaner zu bezahlen.

Wie du siehst, habe ich unterwegs viel nachgedacht und das war gut. Finde ich.

Teresas Album

Folge Teresa auf Twitter und Instagram!

Kommentieren


+ 1 = 8