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Kinderbetreuung: Wien über dem EU-Schnitt

26. September 2014 / von / 0 Kommentare

Der Wiener Landtag beschließt heute die 15a-Vereinbarung zum Ausbau der Kinderbetreuung. Insgesamt werden rund 98 Millionen Euro für neue Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt. 

Österreichweit werden rund 305 Millionen Euro für den Ausbau bereitgestellt, auf Wien entfallen davon rund 69 Millionen Euro. Bildungsstadtrat Oxonitsch ergänzt: „Insgesamt investieren wir in den kommenden vier Jahren 98 Millionen Euro in neue Betreuungsplätze.”

Seit dem Jahr 2009 wurden in Wien rund 13.300 neue Plätze geschaffen. Bei den 3-6 Jährigen liegt die Versorgungsquote bei über 104 Prozent, die 0-3 Jährigen kommen nur auf 40 Prozent. Dennoch liegt Wien damit über den Zielvorgaben der EU, die bei 33 Prozent liegen. Diese im Jahr 2002 vom Europäischen Rat vereinbarten „Barcelona-Ziele” sollen die Erwerbsquote junger Eltern, insbesondere von Frauen, erhöhen. „Damit hat Wien als einziges Bundesland die EU-Vorgabe (das Barcelona-Ziel) von 30 Prozent weit überschritten“, so Oxonitsch. Rund 3.000 neue Plätze sollen noch dieses Jahr geschaffen werden.

Österreich steht im EU-Vergleich dennoch schlecht da

Bei der Evaluierung im Jahr 2008 lag Österreich gesamt bei den 0-3 Jährigen mit einem Versorgungsgrad von 10 Prozent oder darunter deutlich unter der Zielvorgabe, wie aus einem Bericht der EU-Kommission hervorgeht. Bei den Kindern zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter wiesen sieben Staaten, darunter Österreich, einen hohen, allerdings noch weit vom Ziel entfernten Versorgungsgrad zwischen 70 % und 85 % auf.

Zwischen 2006 und 2010 ist die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren von 26 % auf 29 % im EU-Durchschnitt angestiegen. Österreich lag auch 2010 weit darunter: bei 10 Prozent. In der zweiten Altersgruppe erreichte Österreich im Jahr 2011 die Marke von über 80 Prozent und erreichte damit fast die Zielvorgabe. Die EU stellte für Österreich zudem eine mangelnde Akzeptanz von vollzeitarbeitenden Müttern mit Kindern unter 3 Jahren fest. Knapp 60 Prozent bringen ihnen laut Europäischer Sozialerhebung (2005/06) keine Akzeptanz entgegen.

Wien: Ausbau der Ganztagsbetreuung

Auch der Ausbau der ganztägigen Schulformen im Pflichtschulbereich bis 2018 wird heute beschlossen. Wien bekommt dafür 91,8 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung gestellt.


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