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Inspiration ist überall

09. März 2016 / von / 0 Kommentare

Modedesignerin Marina Hoermanseder im Gespräch mit Tatjana Pantelić über Fetisch, Leder und Berlin.

Foto: Cecilia Leitinger

WV: Wie war dein Weg vom IBWL-Studium bis zum Moment, als die Vogue vor kurzem geschrieben geschrieben hat: „Although one day remains of Berlin Fashion Week, it feels safe declaring Marina Hoermanseder as the city’s new sartorial voice“?

MARINA HOERMANSEDER: Intensiv und aufregend. Ich hätte mir vor zwei Jahren nach Abschluss der WU nicht gedacht, dass ich heute so aufgestellt sein würde. Es ist alles unglaublich schnell gegangen, ich habe die richtigen Menschen an meiner Seite gehabt, die an mein Projekt glauben.

WV: Du lebst ja seit einiger Zeit in Berlin – ist Berlin für Kreative ein besserer Ort um durchzustarten als Wien?

HOERMANSEDER: Nachdem ich 24 Jahre hauptsächlich in Wien gelebt habe, war es einfach an der Zeit, in einer anderen Stadt Fuß zu fassen. Vor allem im Bereich Mode hat mir Berlin die Plattform geboten, meinen Stil auszuprägen und zu präsentieren. Berlin ist für mich die perfekte Stadt, um mein Label aufzubauen, hier befinde ich mich in einem Pool an kreativen und internationalen Menschen. Das sieht man auch schnell in meinem Team – dieser Spirit gefällt mir.

WV: Was fehlt Wien, um für die internationale Modeszene relevant zu werden?

HOERMANSEDER: Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt. Eine kleine Stadt, was es sicherlich schwieriger macht zu einer Modemetropole aufzusteigen. Aber Wien ist für so vieles berühmt – Wien braucht kein Modezentrum zu werden.

WV: Kommen wir zurück zu deinen Designs: Warum stehen gerade Fetisch und Leder im Fokus deiner Mode?

HOERMANSEDER: Weil mich das Handwerk rund um das Material Leder fasziniert und meine Begeisterung geweckt hat. Der Fetisch-Charakter entsteht automatisch wenn man Leder mit Schnallen paart.

WV: Wo findest du deine Inspiration?

HOERMANSEDER: Überall. Viel Inspiration finde ich in Dialogen, Objekten und Menschen.

WV: Viele deiner Kleidungsstücke sind weniger alltagstauglich – wird es in Zukunft auch mehr „straßentaugliche“ Kleidung von dir geben?

HOERMANSEDER: Die neue Kollektion hat bereits viele alltagstaugliche Looks – wir sind kommerzieller geworden, auch weil wir internationale Kunden haben – mein Ziel ist es, die Damen zu bekleiden und nicht nur Kunst zu machen. Dennoch schlägt mein Herz für die aufwendigen Leder-Skulpturen und diese werden Zentrum der Kollektionen bleiben.

WV: Lady Gaga ist bekennender Marina Hoermanseder-Fan. Wer soll deine Mode noch tragen?

HOERMANSEDER: Ich freue mich über jede Dame, die unsere Marke in die weite Welt hinausträgt. Mein Traum ist es, irgendwann Michelle Obama oder Herzogin Catherine einzukleiden.

WV: Worauf dürfen wir uns bei der nächsten Kollektion freuen?

HOERMANSEDER: Momentan sind wir noch stark in der Aufbereitung der Winter Kollektion 2016 und Auslieferung der Sommerkollektion. Daher behalte ich mir für ein paar Tage noch das Recht vor, nicht an die neue Kollektion zu denken (lacht).

 


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