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Ich mag Nutella, gute Bücher und Mode.

09. März 2016 / von / 0 Kommentare

Kolumne: Márcia Neves

Jeder von uns hat sie. Diese kleinen, süchtig machenden Dinge im Leben, die einen alles andere und vor allem die unendliche lange To-Do-Liste vergessen lassen. Meine Sünden stehen in dem kleinen Satz unter meiner Unterschrift: „Ich mag Nutella, gute Bücher und Mode.“ Ursprünglich hatte ich stehen: “… und alles was glitzert.“ Erstens, wäre das aber irgendwie kindisch und zweitens trage ich fast immer nur schwarze Kleidung. Also wäre der letzte Teil des Satzes fast schon eine Lüge. Eine viel zu große Verantwortung habe ich mir da aufgebrummt. Wie soll man sich selbst bloß in drei kleinen Wörtern beschreiben?

Nach langem hin und her bin ich aber wirklich zufrieden mit dem Satz. Es stimmt alles. Meine Liebe zu Nutella kann ich kaum in Worte fassen. Kennt ihr diesen Moment, wenn man ein neues Nutellaglas langsam öffnet und nur noch die goldene Folie einen von dem Inhalt dieses magischen Gefäßes trennt? Menschen, die keine Nutella mögen, sind mir suspekt, und alle diejenigen, die allergisch auf Haselnüsse reagieren, tun mir unendlich Leid. Man kann so viel machen mit Nutella: Brownies, Kekse, Crumbles und noch viel, viel mehr…

Meine zweite Sünde sind Bücher. Ich bin ein Bücherwurm. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich immer ein Buch in der Tasche habe. Zurzeit lese ich „Girl in the Woods” von Aspen Matis. Mit meinen besten Freundinnen teile ich mir einen Dropbox-Ordner, in dem jede von uns das jüngst erstandene E-book hochlädt.

Wenn ich lese, dann verschwinde ich in eine andere, mir völlig unbekannte Welt. Ich will neue Dinge kennenlernen und nichts anderes auf der Welt bewegt mich so sehr wie ein gutes Buch. Ich tauche in die Welt der Protagonisten ein. Verliebe mich mit ihnen, weine mit ihnen, lache, wenn sie lachen. Wer mich in der U-Bahn beim Lesen beobachtet, bekommt sicher einen Lachkrampf. In der einen Minute weine ich und in der nächsten lache ich so laut auf, dass sich sogar der halbe Waggon zu mir umdreht. Kein Scherz. Einmal fand das einer offenbar ganz lustig, dass er mir sogar seine Nummer gegeben hat… Yei. Ich sollte lernen meine Emotionen besser zu kontrollieren.

Meine Leseliste für faule Sonntage:
Drew Barrymore – Wildflower, a Memoir, E. Lockhardt – We were Liars, Jack Kouerac – On the Road, Marina Keegan – The Opposite of Loneliness, Aspen Matis – Girl in the Woods, a Memoir, Tabea Mußgnug – Nächstes Semester wird alles anders, Haruki Murakami – The Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage.

Lesen und Backen haben auf mich eine beruhigende Wirkung. Fast schon wie Shoppen. Die beste, aber nicht gerade die günstigste Therapie. Diese kleinen, manchmal vielleicht auch größeren Sünden, wie die neuen Lederboots, die ich mir gegönnt habe, hat jeder von uns. Was wäre das Leben nur, wenn wir sie uns nicht ab und zu mal erlauben würden?

 

Foto © Phillip Lipiarski

 


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