Ursula_Stenzel

Goodbye, Ursula!

14. November 2014 / von / 0 Kommentare

Fast zehn Jahre lang regierte Ursula Stenzel (ÖVP) ihr schickes Imperium: die Innere Stadt. Nächstes Jahr wird sie von Markus Figl abgelöst. Wir haben die Glanzmomente ihrer Karriere als Bezirksvorsteherin zusammengefasst:

 

Wenn ich durch die Innere Stadt gehe, habe ich das Gefühl, ich könnte genau so gut am Donauinselfest sein.Die Presse, 19.10.2005
Ich bin gegen diese Punschstände.ebenda, über Punschhütten am Stephansplatz

Läuschen und Flöhchen waren die besten Freunde. Einmal spielten sie miteinander in der Küche. Da purzelte das ungeschickte Läuschen auf die heiße Herdplatte und verbrannte sich das Hinterteil. Wolfgang Schüssel und seine Freunde lesen 15 Märchen aus EU-Ländern

 

Sie ist weltstädtisch, traditionsbewürst und hat ein historisches Erbe.Stenzel beschreibt Interview mit „W24“ die Innere Stadt

 

Ich habe nur mehr nackte Wadln vor meinen Augen gesehen, durch eine Fensternische. Sie können sich nicht vorstellen, wie schnell ich wieder draußen war und dann in einem Luxushotel mich eingecheckt habe. […] Das war auf Kosten des Staates. Aber wenn man so schwer arbeitet, darf man nicht so untergebracht werden wie als armer Flüchtling, irgendwo, der ohne Pass reist.im März 2009 über ihre schrecklichste Hotel-Erfahrung
Ich kenne zumindest einige, die sagen, dass sie die ÖVP genau deshalb nicht wählen. Stenzel über Asdin El Habbassi, erster Muslim im Nationalrat
Wenn sie schon nicht hineinpassen, dann sollen sie wenigstens nicht auffallen.über Straßenlampen im ersten Bezirk
Ist man deprimiert, sauft man sich an. Freut man sich, sauft man sich auch an.Über die Fanmeilen bei der Fußball-EM 2008, „Die Presse“, 23.03.2007
Es geht darum, dass man im öffentlichen Raum sauft. Das ist es. Und da sind viele, viele Menschen auf meiner Seite.
Einige Radfahrer sind Anarchisten.Stenzel fühlte sich 2012 von RadfahrerInnen belästigt, „Die Presse“
Als Teenager wurde ich typmäßig oft mit Streisand verglichen und habe im privaten Kreis ihre Lieder gesungen. über den Protestsong 'Ursula stress ned' gegen Sperrstunden
Sie finden auch die camouflierte Bettelei einer höheren Ebene. Ich finde es geradezu pervers, dass eine mondäne junge Frau Kohlmarkt Wallnerstraße sitzt. […] Da sitzt angepasst an die Umwelt ein hübsches junges Mädchen mit einem Golden Retriever, eine mondäne Bettlerin. Und da frage ich mich schon: ist das organisiert oder nicht? Das ist pervers, bitteschön. […] Ich gehe in eine kleine Bäckerei, kaufe eine Frühstückssemmel. Plötzlich merke ich, wie die Verkäuferin hinter dem Ladentisch plötzlich sagt: Bitte hier nicht, hier wird nicht gebettelt. Dann eine durchdringende Stimme: Biiitte, ein Stück Kuchen! Biiitte, ein Stück Kuchen! Mir hat die Frau wirklich Leid getan. Da hab’ ich gsagt: Jetzt geben’s ihr doch den Strudel. Ich kauf’ den Strudel, weise auf den Nussstrudel und die sagt: Nicht Nuss, Mohn! Also: organisiert.„Club 2“ vom 14.05.2008 zum Thema 'Betteln verboten'
Ich habe nicht eine Sekunde dem Journalismus nachgetrauert.Stenzel war fast 30 Jahre lang ORF-Journalistin

 

Foto: © Michael Kranewitter


Kommentieren


× 8 = 8