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Gib Gummi, Präsi!

14. April 2016 / von / 0 Kommentare

Kolumne: Gebrüder Moped

Langsam, wenn auch sehr langsam, ist der heurige Präsidentschaftswahlkampf dann doch in Fahrt gekommen – nein, doch nicht. Sollte der Werbeblock vor diesem wichtigen Urnengang – immerhin geht’s um das nominell höchste Amt im Staat – wirklich bis zum Wahltag den von vielen gefühlten Daseinszustand unseres Landes repräsentieren: den Stillstand? Ja, die Riege der diesmal Wahlwerbenden ist durchwegs alt oder sieht zumindest so aus. Aber liegt’s wirklich an ihnen? Schauen wir sie uns amal genauer an.

Der Dame den Vortritt: Irmgard Griss. Eine adrette Frau im eleganten Grau, die ehemalige Richterin, die man gerne als Nachbarin hätte, wenn man verreist. Bei ihr wären Wohnungsschlüssel und Zimmerpflanzen in besten Händen. Man muss ihr aber alles genau aufschreiben, weil sie ist vergesslich. Denn ob sie 1986 Kurt Waldheim als Präsident gewählt hat, daran kann sie sich nicht mehr erinnern, wie sie in einem Interview sagt. Jenen Waldheim nämlich, der im Alter Bundespräsident war, in jungen Jahren allerdings bei Hitlers SS (oder nur sein Pferd). Tipp: Sudokus fördern Konzentration, Gedächtnis und sind inhaltlich unverfänglich.

Der Kandidat der FPÖ, Norbert Hofer, wollte gar keiner sein, hätte keiner sein sollen, ist es aber nun doch, weil Ursula Stenzel, die Kandidatin werden hätte sollen, nun doch keine ist, weil die blaue Basis nicht wollte, dass sie eine wird.Tipp: Ist doch egal, unter welchem Namen HC Strache zu seiner x-ten Wahl antritt, ohne sie zu gewinnen.

Ein ähnliches Schicksal für SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer. Er erbte das Ticket von der logischen Kandidatin, aber leider verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, das er nun in aller Parteisoldatentapferkeit annimmt. Jetzt steht der Ex-Sozialminister und passable BAWAG-Skandal Abwickler da mit tadelloser weißer Weste, aber tiefroten Zahlen in der WählerInnengunst.Tipp: Mit gemeinsamen Plakaten von Hundstorfer UND Werner Faymann ließe sich der Abstand zur Spitze sogar noch verdoppeln.

Seiner eigenen ÖVP lieferte niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll einen geschwärzten Akt der Unhöflichkeit, in dem er einfach NICHT antrat. Für ihn sprang volley aus der Vollpension Andreas Khol ein. Von Beruf Architekt (der schwarz-blauen Koalition, 2000 – 2006), baut er seinen Vorsprung auf seinen roten Pensionistenvertreterkollegen stetig aus. Tipp: Charly Blecha tritt aber gar nicht zur Wahl an.

Der hauptberufliche Raucher und einzige Kandidat mit migrantischen Wurzeln, Alexander van der Bellen von den Grünen, steigt in den Umfragen auf wie Phönix aus dem Aschenbecher. Spricht er, hat man vom Speed her das Gefühl, die Grünen hätten ihre “Haschtrafiken” längst eingeführt – und er wäre Großkunde.Tipp: Für etwaige Neujahrsansprachen im ORF schon jetzt Spielfilmlänge reservieren.

Schließlich der Wurschtl und sein Personal: Richard “der Kaschperl bin i” Lugner. Eh. Tipp: Beim nächsten Fernseh-Interview wieder ein Sakko von ORF-Korrespndenten Christian Wehrschütz ausborgen. Schaut Bombe aus!

Und was soll das jetzt eigentlich alles ansatzweise mit z.B. jüngeren Menschen unter 30 zu tun haben? Nichts. Diese WählerInnengruppe macht nämlich nicht einmal ein Fünftel der Wahlberechtigten aus und spielt daher eine “untergeordnete Rolle” in den Strategien der Wahlkampftüftler, verraten uns heimische Politolgen. Na gut, verstanden. Es geht bei dieser Wahl also nicht um Zukunftsfragen, sondern um ein Assessment für den nächsten Schlafwagenschaffner. Weckts uns auf, wenn wir angekommen sind.


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