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Frühlingsgefühle

14. April 2016 / von / 0 Kommentare

Kolumne: Márcia Neves

Wien erblüht in neuem Glanz. Dieses Jahr war der Winter generell sehr warm, aber Winter ist halt immer noch Winter. Sobald die erste Schneedecke schmilzt und die Sonne aus ihrem Versteck kommt, wird der verhasste Wintermantel, der uns wie das Michelin-Männchen hat aussehen lassen, in die hinterste Ecke des Kleiderschranks verbannt. Stiefel werden gegen Sneaker und Schal gegen Sonnenbrille ausgetauscht. Überall wo wir hinschauen, blühen Kirschblütenträume genüsslich vor sich hin. Menschen sind einfach glücklicher und grüßen dich sogar auf der Straße.

Wenn der Frühling endlich sein Gesicht zeigt, bin ich ein anderer Mensch. Ich bin fast nie zuhause und wandere wie eine Nomadin durch Wien und erkunde alle schönen Ecken und Kanten, die diese Stadt zu bieten hat. Bei richtig schönem Sonnenwetter ist es überall schön, aber rundum Wien, auf den Bergen hat man die beste Aus-sicht. Und wenn man sowieso schon an der frischen Luft und weit draußen ist, kann man die Gelegenheit auch gleich nutzen und Bärlauch pflücken.

Schlosspark Plötzleinsdorf

Ich war letztens im Plötzleinsdorfer Schlosspark. Die ewig lange Fahrt mit der 41er Straßenbahn lohnt sich allein deshalb schon, weil man einen Einblick in die noblere Wiener Gegend bekommt. Man fühlt sich wie in einem 1920er Jahre Film. Solche Häuser gibt es nicht überall auf der Welt. Endlich aus der Straßenbahn ausgestiegen, steht man vor einem großen eisernen Tor. Die Welt die sich dahinter verbirgt ist wunderschön. Wien hat viele grüne Plätzchen, aber neben dem Türkenschanzpark ist der Plötzleinsdorfer Schlosspark eindeutig mein Favorit. Ich habe meine Silk um einen Ast geworfen – gar nicht so einfach wie man denkt – und mit der Sonne getanzt. Bärlauch findet man übrigens etwas abseits vom Weg. Viel Spaß beim Pflücken und Pesto machen!
Kleines Café

Für den Nachmittagskaffee gehe ich liebend gerne in den ersten Bezirk und setze mich draußen an einen der kleinen süßen Tische mit einem guten Buch. Das Kleine Café trägt nicht umsonst diesen Namen. Es ist zugegebenermaßen sehr eng, aber genau das macht dieses Kaffeehaus auch so charmant. Mitten im Ersten und doch irgendwie versteckt, kann man hier eine kleine Auszeit nehmen und ein bisschen Ruhe genießen, denn obwohl das Lokal große Bekanntheit genießt, bleibt man von den Touristenmassen verschont. Bei einer Melange lässt es sich hier nicht nur gut entspannen, sondern auch tiefgründige Gespräche führen und über die Welt philosophieren.

Bei dem ganzen Programm geht man Montag morgens super entspannt zurück ins Büro. Das verspreche ich euch!

 

Foto © Phillip Lipiarski

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