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Food Trucks – Rollende Garküchen machen sich ihren Weg nach Wien

10. März 2016 / von / 0 Kommentare

Nun ist auch Wien auf den Geschmack gekommen. Man könnte sagen, das Jahr 2015 brachte eine bahnbrechende Erleuchtung und die Street Food Szene ist auch in dieser Stadt endlich zum Leben erwacht. Wir sind dem Phänomen Street Food auf die Spur gegangen und haben die beliebtesten Food Trucks besucht.

Foto: Igor Ripak

Jede/r kennt das: Der Hunger packt einen, aber er ist dann doch nicht so groß, um sich in ein schickes Restaurant zu setzen und teure Gerichte zu bestellen.Welche Alternativen gibt es also? Die Antwort lautet ganz klar: Street Food! Was in Asien schon längst zur Gastronomiekultur gehört, hat auch Einzug in die Hauptstadt Österreichs gefunden.

So wie es in Mexiko oder Brasilien der Fall ist, werden verschiedenste Köstlichkeiten auf dem Weg oder auch gemütlich im Stehen gegessen. Ganz charakteristisch für die Straßenküchen in Asien oder aber Südamerika ist die Vielfalt der rollenden Garküchen, die sich alle an einem Ort zusammenfinden, um für den schnellen Hunger zwischendurch zu sorgen. Ganz klar, dass so ein Trend auch nach Europa gehört. In der Hauptstadt Englands sind die Food Trucks schon Gang und Gäbe, da hat Wien natürlich nicht lange auf sich warten müssen.

Vegane Crêpes und mehr
Das Konzept der Food Truck-InhaberInnen ist simpel: Kochen mit Leidenschaft, Kreativität und einer Vielzahl von geschmacks-intensiven Produkten. Bei Street Food geht es um das unkomplizierte Essen von dennoch anspruchsvollen und gesunden Speisen. Patzen ist erlaubt, denn auf Benimmregeln und Manieren wird beim Essen nicht besonders geachtet. Die Devise lautet: benutzt eure Hände und pfeift auf das Besteck!

Obwohl der Markt noch klein ist, haben sich schon einige Food Trucks in der Hauptstadt etablieren können. Es sind Food Trucks wie Road Crêpe, Gourmet Nomaden und Millie, um nur einige zu nennen, die sich einen Namen auf dem dem Wiener Street Food Markt gemacht haben. Wir haben sie besucht.

Vorspeise Road Crêpe
Starten wir mit der Vorspeise: ein Food Truck, der die etwas anderen Sinne anspricht. Marc Schweiger, Besitzer des Food Trucks Road Crêpe, geht mit dem veganen Trend und setzt vor allem auf eine saisonale, unverfälschte, gesunde und geschmackvolle Küche. Nach dem Motto: Alles hausgemacht. Alles vegan. Alles bio.
Darunter fallen selbstkreierte Teevariationen, Bio-Biere und Crêpes in den wildesten Kreationen, der Gastronom aus Leidenschaft lässt keine Wünsche offen: „Road Crêpe will Menschen glücklich machen. Road Crêpe will Menschen satt machen. Und dabei mobil sein“, so der Erfinder.

Hauptspeise Gourmet Nomaden
Nach der Vorspeise kommt wie erwartet die Hauptspeise, nämlich von einem Food Truck, der die WienerInnen mit Köstlichkeiten aus aller Welt begeistert: Gourmet Nomaden.

Hier stehen Eintöpfe, Curries, Schmorgerichte, diverse frische Salate und Sandwiches auf dem Speiseplan. Die Speisen variieren je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit der Produkte und werden täglich frisch zubereitet. Top Qualität zu einem fairen Preis, das ist das Motto des Food Trucks, erklärt uns Conny Cäsar von den Gourmet Nomaden.

Die Besitzerin selbst ist ein Fan von mobilen Garküchen. Sie freut sich, dass der Trend auch endlich Wien erreicht hat und hofft auf eine Weiterentwicklung, denn die Stadt brauche und verlange Vielfalt. Das Bedürfnis nach einer schnellen, warmen, schmackhaften und trotzdem auch gesunden Speise wachse und es folge eine Zeit, in der Street Food auch hier aufblühen könne.

Der perfekte Abschluss zum 3-Gänge Street Food Menü
Für die DessertsliebhaberInnen unter uns gibt es einen Food Truck, der sich für die süßen Seiten des Lebens einsetzt. Der liebevoll genannte Truck Millicent (kurz: Millie) hat sich darauf spezialisiert, Frozen Yoghurt und Waffeln aus besten Zutaten mit möglichst naturbelassenen, zum Großteil selbst gemachten Saucen und Toppings zuzubereiten. Der in Pastelltönen lackierte, liebevoll dekorierte Truck wird von Edita und Isabella betrieben, letztere wurde sogar in Bangkok geboren und ist mit Street Food aufgewachsen.

Für die Zukunft wünschen sich die beiden noch etwas mehr Vielfalt in Wien und vor allem einfachere Behördenwege in punkto Standorte. „Es war nicht ganz einfach, einen Gewerbeschein für ein Unternehmen ohne festen Standort zu bekommen – es wurde uns dringend geraten, lieber einen Würstelstand zu eröffnen“, erklärt Edita. „Die mühsamen Behördenwege sind aber für viele eine Bremse. Jegliche Weiterentwicklung tut gut und es wäre schön, wenn Kreativität nicht durch übermäßige Bürokratie gebremst wird“, sagt Conny Cäsar von den Gourmet Nomaden.

Bürokratische Hürden
Bürokratisch gesehen haben es die Food Truck BesitzerInnen in Wien nicht einfach, denn der österreichische Behördendschungel erschwert die Gründung eines Unternehmens ohne festen Standort enorm. Dennoch herrscht Aufbruchsstimmung: Mittlerweile ist Street Food nicht mehr ausschließlich ein kulinarisches Phänomen der Sommermonate und Übergangszeit. So initiierten etwa die Wrapstars eine Veranstaltung, bei welcher die Gäste des Wiener Eistraums mit wechselnden Gerichten verschiedenster Food Artists sowie Punsch und Glühwein versorgt wurden. Und beim Wiener MQ kann seit letztem November sogar täglich Street Food konsumiert werden.

Für die Zukunft hat Wien noch einiges zu bieten. Es wird versucht, den asiatischen Vorgängern nachzueifern und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch hier ein beständiger Teil der Esskultur wird. Denn wie heißt es so schön: Besser spät als nie.

 


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