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Flüchtlinge: Integration am Arbeitsmarkt?

20. September 2016 / von / 0 Kommentare

Der Arbeitsmarkt in Wien ist seit Jahren angespannt, Flüchtlinge sind laut AMS eine zusätzliche Herausforderung.

Die Arbeitslosigkeit steigt seit einigen Jahren. Besonders in der Bundeshauptstadt ist die Situation am Arbeitsmarkt angespannt. In Wien ist die Zahl der beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer im August um 3,8 Prozent gestiegen.

Schlechte Chancen ohne Ausbildung?
Besonders problematisch ist, dass fast die Hälfte der Arbeitslosen nur die Pflichtschule abgeschlossen hat. „Auch für vermeintlich „einfache“ Tätigkeiten haben Arbeitgeber heute hohe Anforderungen. Hat es für einen Lagerarbeiter vor 20 Jahren noch gereicht, einfach kräftig zu sein, so muss er heute einen Lieferschein ausfüllen können, die Lager-EDV bedienen und vielleicht auch einen Stapler fahren. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass Menschen, die keinen höheren Abschluss haben als jenen der Pflichtschule, in Wien kaum noch vermittelt werden können“, sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. „Wir unterstützen daher alle, die daran denken, einen Lehrabschluss nachzuholen, denn sie verringern ihr Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, signifikant.“ Gut qualifizierte Arbeitskräfte werden in Wien gesucht: Allein die Zahl der im August neu gemeldeten offenen Stellen war mit 7.894 um 30,3 Prozent höher als im August des Vorjahres.

Wie integriert man Flüchtlinge am Arbeitsmarkt?
Derzeit sind 17.000 Flüchtlinge mit Asylstatus in Wien arbeitslos, Tendenz laut AMS steigend. „Natürlich sind sie eine große Herausforderung, die uns noch einige Jahre begleiten wird. Aber wenn wir es richtig anstellen, bedeuten sie auch eine Verjüngung der Erwerbsbevölkerung,“ so die AMS-Wien-Chefin.

Lernbereitschaft muss bei allen Arbeitskräften vorhanden sein
„Wie bei allen Arbeitskräften ist es auch bei Geflüchteten wichtig, einen österreichischen Berufs- bzw Bildungsabschluss zu erwerben“, betont Petra Draxl und erklärt: „Das AMS Wien erhebt daher zunächst die mitgebrachten Kompetenzen und schlägt dann Wege vor, wie diese Fertigkeiten im österreichischen Bildungssystem und auf dem Wiener Arbeitsmarkt verwertet werden können. Für so gut wie alle gilt, dass eine große Bereitschaft zum Lernen vorhanden sein muss.“

 

Foto: Shutterstock.com

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