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Fakten statt Hetze: Transgender

09. Juni 2015 / von / 0 Kommentare

Trans*Personen können mit Transvestiten gleich gesetzt werden.

Transgender (trans = außerhalb, jenseits/gender = soziales Geschlecht) ist der Überbegriff über alle Phänomene, bei denen Geschlechtergrenzen überschritten werden. Zusätzlich ist dieser Terminus eine Selbstbezeichnung jener Menschen, die sich mit ihren Geschlechtsmerkmalen nicht oder nur unzureichend identifizieren können. Unter diesen Oberbegriff fallen beispielsweise Transidentität und Transvestitismus. Letzteres bezeichnet das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts. Diese Menschen müssen jedoch nicht (unbedingt) an ein Leben im anderen Geschlecht denken. Es kann jedoch eine Vorstufe von Transsexualität/Transidentität – also dem Leben im biologisch anderen Geschlecht – sein. Beides ist unabhängig von der sexuellen Orientierung und kommt daher bei hetero-, bi- und homosexuellen Menschen vor.

Eine Geschlechtsumwandlung wird vom Staat bezahlt.

Dass die Krankenkasse eine Geschlechtsumwandlung bezahlen kann, stimmt, jedoch steht vor der Übernahme der Kosten ein langer und diskriminierender Prozess. Zahlreiche Arztbesuche und psychologische Gutachten sind von Nöten, um vollständig im eigenen Geschlecht ankommen zu können. Die Behandlung verläuft in der Regel in drei Schritten: Psychotherapie und Diagnose, Hormonbehandlung und geschlechtsangleichende Operationen. Wichtig ist, dass nicht jedes Individuum durch alle Phasen gehen muss, da jedeR unterschiedliche Bedürfnisse hat. Zuallererst muss eine Überweisung durch den Hausarzt/die Hausärztin an einen Psychotherapeuten/eine -therapeutin stattfinden, damit die Therapiekosten teilweise übernommen werden. Für weitere Behandlungen in Richtung Geschlechtsumwandlung wird eine klinisch-psychologische Diagnose vorausgesetzt. Diese Pathologisierung von Trans*Personen als psychisch kranke Menschen wird scharf kritisiert. Mit der Überweisung des Therapeuten/der Therapeutin und der Diagnose „Geschlechtsdysphorie/Transsexualität“ übernehmen die Kassen die Kosten.

Transidentität ist unnatürlich und selbstgewählt.

In der heutigen Gesellschaft ist das Geschlecht noch immer eine der wichtigsten Kategorisierungen der Eigen- sowie Fremdwahrnehmung. Abweichungen von der zweigeschlechtlichen Norm lösen oft Widerstand aus und so wird Transidentität – das Leben im biologisch anderen Geschlecht – oftmals als „unnatürlich“ oder „selbstgewählt“ wahrgenommen. Dies entspricht jedoch nicht der Realität. Trans*Personen haben ein tiefes, inneres Wissen über die eigene Identität, sowie das Gefühl in die gesellschaftlichen Normen nicht hineinzupassen. Viele merken bereits in frühester Kindheit, dass sie „anders“ sind. Kinder können das Unbehagen oftmals noch nicht ausdrücken und empfinden sich als Außenseiter. Das Erkennen und vor allem Leben der eigenen Identität wird von vielen als Befreiung empfunden. Transidentität ist etwas ganz Natürliches –jeder Mensch ist nun einmal so, wie er ist.

Transgender ist ein westliches Phänomen.

Dass Transgender ein rein westliches Phänomen ist, wurde historisch und kulturanthropologisch durch zahlreiche Belege, etwa aus Griechenland, Indien und Yoruba, entkräftet. Sicher ist, dass es Transgender in allen Gesellschaften, Kulturen und Zeitaltern gegeben hat. Die Schamanen Sibiriens waren ebenso selbstverständlich Cross-Dresser wie sich eine Reihe indischer Heiliger über die Geschlechtsgrenzen hinwegsetzten. So gut wie alle menschlichen Kulturen kennen Geschlechtswechsel und Androgynität, auch wenn dieses Wissen – wie in der westeuropäischen Tradition – in den Bereich der Mythologie abgedrängt wurde.

 

Weitere Infos und Quellen:

www.transx.at

www.transgender.at


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