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Fakten statt Hetze: Feminismus

11. September 2015 / von / 0 Kommentare

Feministinnen dürfen sich nicht schminken und keine Röcke tragen

Leider herrscht das Stereotyp vor, Feministinnen würden kein Make-Up tragen, keine BHs anziehen und auch sonst nicht den „klassischen“ Vorstellungen, wie Frauen auszusehen haben, entsprechen. Aber wie bereits erwähnt: genauso divers wie die Gesellschaft ist, sind es auch Feministinnen. Der Vorwurf, frau dürfe sich als Feministin nicht schminken und keine Röcke tragen, zeigt nur einmal mehr, welchen geschlechterbedingten (Kleidungs-)Vorschriften Frauenkörper in dieser Gesellschaft zu gehorchen haben. Der meist negativ konnotierte Begriff „Kampfemanze“ unterstreicht diese stereotypen Ansichten nur. Genau dagegen wehren sich Feministinnen: denn die Selbstbestimmung über ihre eigenen Körper ist eine wesentliche Forderung der feministischen Bewegung. Mit dem Ziel in einer Gesellschaft zu leben, in der Frauen nicht nach ihrem Äußeren bewertet werden und sich so kleiden können, wie sie es gerade für richtig halten. 

Geschlechtergerechte Sprache ist unnötig

Ganz im Gegenteil: Gerade erst hat eine Studie der Freien Universität Berlin belegt, dass die Erwähnung weiblicher Berufsbezeichnungen einen psychologischen Effekt auf Kinder hat. Demnach schätzen Kinder Berufe als erreichbarer ein und würden diesen auch eher ergreifen, wenn sie in männlicher und weiblicher Form geschrieben werden. Das heißt: Geschlechtergerechte Sprache macht Frauen sichtbar und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Auch öffentliche Institutionen unterstützen das – etwa die Resolution der UNESCO für einen nicht sexistischen Sprachgebrauch (1987), die Empfehlung des Rates der Europäischen Union, Sexismus in der Sprache zu eliminieren (1990) und der österreichische Ministerratsvortrag zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch (2001). 

Feministinnen sind Männerhasserinnen

Männerhass ist und stand nie auf der politischen Agenda von Feministinnen. Kritisiert wurde von den Anfängen der ersten Welle der Frauenbewegung bis heute das gesellschaftliche System des Patriarchats, das auf einer privilegierten Stellung von Männern in der Gesellschaft beruht. Mit „Männerhass“ argumentieren zumeist jene, die sich wenig bis gar nicht mit feministischer Politik und Theorie auseinandergesetzt haben. Oft verstecken sich auch homophobe Aussagen hinter dem Mythos. Fakt ist: „der“ Feminismus ist keine homogene Bewegung – es gibt unterschiedlichste Theorien, Politiken und Menschen, die dahinter stehen. Was sie alle eint, ist der Kampf für die politische, ökonomische und soziale Gleichberechtigung – und zwar aller Geschlechter. Klar ist jedoch auch, dass es bei der Gleichberechtigung von Frauen noch den größeren Aufholbedarf gibt. Der Begriff „Feminismus“ bleibt daher ein klares politisches Bekenntnis und sollte auch nicht durch andere Begriffe ersetzt werden, die weniger „radikal“ klingen – so wie es manchmal gefordert wird. 

 

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