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Fakten statt Hetze: Asyl

17. November 2015 / von / 0 Kommentare

Die meisten Asylsuchenden sind Wirtschaftsflüchtlinge

Mit dem negativ konnotierten Begriff „Wirtschaftsflüchtlinge“ wird das Bild erzeugt, dass viele Asylsuchende bzw. AsylwerberInnen nur nach Österreich kommen, um von unserem Sozialsystem zu profitieren. Besonders in den sozialen Medien hält sich dieses Gerücht hartnäckig. Ein Blick auf die Asylstatistik des Bundesministeriums für Inneres zeigt: Die meisten Asylanträge in Österreich stammen von Menschen aus Syrien. Von Jänner bis August 2015 waren es 12.948 Anträge. Auf den Plätzen zwei und drei folgen in der Statistik Asylanträge von Personen aus Afghanistan und dem Irak. Die Menschen aus diesen Ländern fliehen vor Kämpfen, (Bürger-)Kriegen, Terror und Verfolgung. Von den insgesamt 46.133 Asylanträgen, die seit Jahresbeginn bis einschließlich August 2015 in Österreich gestellt wurden, sind knapp 30.000 von Menschen aus eben diesen drei Staaten. Die Behauptung, dass die meisten Asylsuchenden Wirtschaftsflüchtlinge seien, ist aufgrund dieser Fakten nicht haltbar – und somit falsch. 

Asylsuchende bekommen vom Staat mehr Geld als ÖsterreicherInnen

Es ist eines der Totschlagargumente im Diskurs über Asylsuchende und Flüchtlinge. Fakt ist: Asylsuchende haben in Österreich keinen Anspruch auf Mindestsicherung, Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld. Sie erhalten die Grundversorgung, welche eine Krankenversicherung, die Unterbringung in einer Unterkunft, Essen sowie Taschengeld und Bekleidungsgutscheine umfasst. Die Grundversorgung steht aber nur jenen Asylsuchenden zu, die kein eigenes Geld oder Vermögen besitzen. Wenn Asylsuchende in einer organisierten Unterkunft leben, erhalten sie max. 19 Euro pro Person und Tag. Dieser Betrag fließt direkt an die Einrichtung. Für persönliche Ausgaben stehen ihnen im Monat max. 40 Euro Taschengeld zur freien Verfügung. In den so genannten Selbstversorgungsquartieren verpflegen sich die Asylsuchenden hingegen selbst. Hierfür erhalten sie von jenen 19 Euro zwischen 3,50 und 6,50 Euro ausbezahlt. Falls Asylsuchende in einer eigenen Wohnung leben, erhalten sie pro Person monatlich max. 320 Euro. Dieses Geld muss für Miete, Essen und alle weiteren Kosten reichen. Zum Vergleich: BezieherInnen der Mindestsicherung erhalten 827,83 Euro im Monat. 

Asylsuchende wollen nicht arbeiten gehen

Ganz im Gegenteil: Sie dürfen nicht arbeiten gehen! Mit diesem Vorurteil wird lediglich das Stereotyp des „faulen Ausländers“ bedient. Tatsächlich ist es so, dass Asylsuchende während ihres Asylverfahrens kaum die Möglichkeit haben, einer Beschäftigung nachzugehen, um sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Laut Ausländerbeschäftigungsgesetz dürften sie zwar nach 3 Monaten arbeiten, das Problem jedoch ist, dass sie bis zum positiven Bescheid ihres Asylverfahrens keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Daher bleibt ihnen, da sie hierfür keine Arbeitsbewilligung brauchen, nur gemeinnützige Arbeit– für einen Anerkennungsbeitrag, der sich aus ein paar Euro Stundenlohn zusammensetzt. Mit diesem Geld können weder die Kosten des alltäglichen Lebens gedeckt, noch eine neue, selbstbestimmte Existenz aufgebaut werden. Erst wenn Asylsuchende den Status eines Flüchtlings erhalten, dürfen sie auch regulär arbeiten. 

 

Quellen:

www.unhcr.at

www.caritas.at

www.bmi.gv.at 

 

Foto: © Thinkstock

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