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Equal Pay Day: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

10. Oktober 2014 / von / 0 Kommentare

Heute findet der Equal Pay Day in Österreich statt – jener Tag, ab dem Frauen bis Jahresende „gratis“ arbeiten. Das heißt: Männer verdienen bis zu diesem Tag im Schnitt genauso viel wie Frauen das ganze Jahr.

„Obwohl Frauen so gut ausgebildet sind, wie nie zuvor, verdienen sie 22,7 Prozent weniger als Männer”, kritisiert Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich des Equal Pay Day. Das ist jener Tag, ab dem Frauen – statistisch gesehen – bis zum Jahresende „unentgeltlich“ arbeiten, während Männer weiter bezahlt werden. Der Equal Pay Day wird jedes Jahr neu berechnet. Grundlage sind die durchschnittlichen Gehälter von Vollzeitbeschäftigten, die auf 12 Monate hochgerechnet und verglichen werden.

Auch im Vorstand verdienen Frauen weniger: Der Einkommensbericht des Rechnungshofes aus dem Jahr 2013 zeigt, dass das Durchschnittseinkommen der weiblichen Vorstände nur 81,3 Prozent der Durchschnittsbezüge ihrer männlichen Kollegen beträgt – und damit 18,7 Prozent weniger.

Equal Pay Day zwei Tage später als im letzten Jahr

Im Vergleich zum Vorjahr gab es eine Verbesserung von zwei Tagen. 2004 lag der österreichweite Equal Pay Day am 23. September. Rote Jugendorganisationen und SPÖ-Frauen machten im Rahmen zweier Straßenaktionen am 9. Oktober auf die noch immer existierende Lohnschere aufmerksam. „Über Geld spricht man in Österreich nicht. Das ist gerade für Frauen in Gehaltsverhandlungen ein großes Problem. Eine Offenlegung der Gehälter muss endlich her”, fordert Sandra Hochmayr, Frauensprecherin vom Verband Sozialistischer Student_innen (VSSTÖ). Auch die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) betonte: „Wir werden nicht aufhören, weiter Druck zu machen und den Gleichstellungsprozess voranzutreiben.”

Die ÖGB-Frauen zeigen dieses Jahr mit einem Kreuzworträtsel auf, dass die jährliche Verbesserung der Lohnsituation der Frauen nicht zufällig stattfindet. Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, plädiert für verpflichtende betriebliche Verhandlungen für mehr Einkommensgerechtigkeit, bis der Equal Pay Day am 31. Dezember stattfindet.

Frauenministerin Heinisch-Hosek fordert unter anderem einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und ein ausreichendes Angebot an Ganztagsschulen, damit Frauen Beruf und Familie besser vereinbaren können. Viele Frauen würden gerne Vollzeit arbeiten, nehmen aber aufgrund von fehlender Kinderbetreuung einen Teilzeitjob an.

Foto: Straßenaktion der Sozialistischen Jugend (SJ), der Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) und dem Verband Sozialistischer Student_innen (VSSTÖ) am 9. Oktober am Viktor-Adler-Markt © VSSTÖ


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