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Elternvereine kämpfen weiter gegen gendergerechte Sprache in Schulbüchern

09. Juni 2015 / von / 0 Kommentare

Die Bundesvertretung der Elternvereine (BEV) kämpft weiter gegen gendergerechte Sprache in Schulbüchern und startete die Initiative GeGendern – Gegen Gendern in Schulbüchern

“Es ist ein großes Anliegen des Ressorts, dass Schülerinnen und Schülern von Beginn an die Potenziale einer geschlechtergerechten und diskriminierungsfreien Gesellschaft näher gebracht werden und sie Vielfalt als Chance begreifen. Das beinhaltet auch eine geschlechtergerechte Sprache”, sagt Susanne Preuer, Sprecherin des Frauen- und Bildungsministeriums zum Thema gendergerechte Schreibweise in Schulbüchern. Seit 2012 gibt es einen entsprechenden Leitfaden des Bildungsministeriums, wie Schulbücher verfasst sein sollen. Doch nicht alle sind glücklich damit: Der Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) führt seinen Kampf gegen gegenderte Schulbücher weiter.

WienerInnen gegen Gendern in Schulbüchern

Eine im Jänner durchgeführte Umfrage, die vom BEV zitiert wird, soll ergeben haben, dass knapp 87 Prozent von 23.000 Befragten eine gendergerechte Schreibweise in Schulbüchern ablehnen. Gründe für die Ablehnung der Reform  gäbe es viele und so hat die BEV mithilfe von SprachwissenschaftlerInnen, PädagogInnen und SchriftstellerInnen Forderungen, Ziele und weiteren Schritte gegen die Approbation der Lehrbücher zusammengestellt.

Dass Sprache, laut Susanne Preuer, Sprecherin des BMBF, „Wirklichkeit schafft“ und somit geschlechtergrechte Schreibweisen und Lesbarkeit einander nicht ausschließen, verneinen die Elternvereine. So auch Tomas Kubelik, Lehrer für Deutsch und Mathematik. Für ihn behindern gegenderte Schulbücher sinnerfassendes Lesen, da sie den Fokus auf eine sachfremde Ebene lenken und so das Erlernen von neuen Inhalten erschweren.

Der Autor Gerhard Ruiss sagt etwa: „Laut Ministerium ist klar definiert, dass im schulischen Bereich den Regeln des Österreichischen Wörterbuchs zu folgen ist. Dort sind jedoch keine Sparschreibungen vorgesehen. Trotzdem werden Schulbücher mit Sparschreibungen gedruckt und im Unterricht eingesetzt.“

Laut Sprachwissenschaftler Hein-Dieter Pohl sei die Begründung „Nur-mitgemeint-Sein“ im generischen Maskulinum „ein manipulativer Kunstgriff der ‚feministischen Linguistik‘ schlechthin, denn Frauen sind inkludiert“. „Beim generischen Maskulinum ‘der Mensch’ sind beide Geschlechter eingeschlossen, wie auch beim generischen Femininum ‘die Geisel’ und dem generischen Neutrum ‘das Kind’. Bei keinem dieser Wörter kann man von einem Nur-mitgemeint-Sein sprechen“, erklärt Pohl.

Frauen und Mädchen sichtbar machen

Susanne Schmid, Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs ist um das Wohlergehen der Kinder besorgt. Laut mehreren Angaben gebe es bereits Angst vor schlechten Noten, wenn in einem Aufsatz nicht gegendert würde. Dies geht ihrer Meinung nach zu weit, denn „Gleichberechtigung wird nicht durch Binnen-I ausgedrückt, sondern durch selbstverständliche freie Entscheidungsmöglichkeiten von Frauen.“

Dass ein Binnen-I in Schulbüchern für Aufruhr statt für Zustimmung sorgt, betrachten die SPÖ-Frauen mit Fassungslosigkeit. Für sie sei eine geschlechtersensible Sprache ein unverzichtbares Element einer Gesellschaft. “Wer Frauen und Mädchen sprachlich ausblendet, macht sie unsichtbar”, betont SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner. „Gerade der Elternverband sollte wohl im Sinne der Kinder wollen, dass Mädchen auch gleichwertig mit Burschen genannt werden und die gleichen Rechte besitzen”, sagt Brunner.

 

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