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Die Zukunft ist türkis

20. September 2016 / von / 0 Kommentare

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Wien bekommt eine neue U-Bahn: die U5. Die türkise Linie wird die erste vollautomatisch betriebene U-Bahnlinie Wiens. Rosa? Nein, dann doch lieber Türkis. Die Entscheidung für die Farbe der neuen U5 ist gefallen. Doch das ist nicht das Spektakuläre daran. Mit dem Bau der U-Bahnlinie starten die Wiener Linien in ein neues technologisches Zeitalter. Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

Vollautomatischer Betrieb – wie geht das denn?
Die U-Bahn auf der Linie U5 wird vollautomatisch unterwegs sein. Wie das Auto K.I.T.T – nur auf U-Bahngleisen und eben ohne David Hasselhoff. Aber Spaß beiseite. Vollautomatische U-Bahnen verkehren bereits in Barcelona, Paris oder Kopenhagen – und das mit Erfolg und ohne Zwischenfälle. Die Vorteile eines vollautomatischen Betriebes liegen auf der Hand: Kürzere Intervalle, besseres Störungsmanagement, ein regelmäßigerer Betrieb und erhöhte Sicherheit aufgrund von Bahnsteigtüren.

Bahnsteigtüren – echt jetzt?
Ja, Sie haben richtig gelesen. Die U5 wird mit Bahnsteigtüren ausgestattet, wie in der thailändischen Hauptstadt Bangkok, wo man anfangs verzweifelt und auch vergebens die U-Bahngleise suchte. Die Türen öffnen erst, wenn die U-Bahn in der Station hält. Auch die bestehenden U2-Stationen (Rathaus, Volkstheater, Museumsquartier und Karlsplatz), die später von der U5 übernommen werden, bekommen Bahnsteigtüren.

Und was passiert, wenn etwas passiert?
Keine Panik, Öffi-BenutzerInnen können auch im vollautomatischen U-Bahnbetrieb über den Notruf mit MitarbeiterInnen der Wiener Linien sprechen. Nur wird man zukünftig in die Leitstelle der Wiener Linien verbunden, wo alle notwendigen Schritte eingeleitet werden.

Und auf welcher Strecke fährt die U5?
Frühestens ab Ende 2023 zwischen Frankhplatz beim Alten AKH und Karlsplatz – vorerst jedenfalls.

Was heißt vorerst?
In der zweiten Ausbaustufe soll die U5 bis zum Elterleinplatz in Hernals verlängert werden. Die zukünftigen Stationen im Überblick: Elterleinplatz, Michelbeuern-AKH (mit Anschluss an die U6), Arne-Carlsson-Park (Straßenbahnlinien 5, 33, 37, 38, 40, 41, 42), Frankhplatz/Altes AKH (Linien 43, 44) bis zum Rathaus. Ab der Station Rathaus fährt die neue U5 auf der derzeitigen Trasse der U2 bis zum Karlsplatz. Damit hat die U5 künftig eine Gesamtlänge von etwa fünf Kilometern und acht Stationen.

Aber war da nicht auch was mit der U2?
Richtig, die U2 wird zeitgleich ab der Station Rathaus in Richtung Süden verlängert. Die neue Strecke führt über die Neubaugasse (mit Anbindung an die U3), über die Pilgramgasse (U4) und über die Reinprechtsdorfer Straße bis zum Matzleinsdorfer Platz. Zukünftig braucht man ohne Umsteigen nur sechs Minuten vom Rathaus bis zum Matzleinsdorfer Platz. Baubeginn ist ab Ende 2018 geplant, eröffnet werden sollen die neuen U2-Stationen voraussichtlich Ende 2023.

Ist das auch nur vorläufig?
Ja, denn geplant ist die U2-Verlängerung bis nach Favoriten bis zum Wienerberg.

Das heißt, es gibt eine Verbindung der U2 mit der U5 bei der Station Rathaus?
Korrekt. Deshalb wird das Projekt als Linienkreuz U2/U5 bezeichnet. Das Linienkreuz ist der wichtigste Teil des so genannten Wiener Öffi-Investitionspakets für das kommende Jahrzehnt.

Und wie viel kostet es?
Für die erste Bauphase, die Ende 2018 starten soll, sind rund 1 Milliarde Euro vorgesehen.

Und was ist das Highlight?
Mit Sicherheit die neue U2-Station Neubaugasse. Dort wird die U2 in 37 Metern Tiefe die U3 queren. Und die Neubaugasse wird nach dem Stephansplatz zur meist frequentierten U-Bahnstation.

Wann werden die weiteren Abschnitte der U5 und U2 gebaut?
Derzeit laufen diesbezüglich Gespräche mit dem Bund und dem Land Wien zur Finanzierung des weiteren U2/U5-Ausbaus.

Und wo steht man jetzt?
In der Planungs- und Genehmigungsphase, die bis 2017 dauert. Bis Ende August wurden beispielsweise bei der Rathausstraße, in der Spengergasse und Siebenbrunnengasse im 5. Bezirk sowie im 9. Bezirk in der Garelligasse und Schwarzspanierstraße Probebohrungen zur Untersuchung des Bodens gemacht. Insgesamt führen GeologInnen und GeotechnikerInnen bis Ende Oktober 75 Probebohrungen mit einer Tiefe von 25 bis 50 Metern durch.

Die Idee der U5 ist aber nicht so neu, oder?
Nein, ganz und gar nicht. Bereits 1966 hat es einen Plan gegeben, dass die U5 zwischen Hernals, Schottenring und Stadion verkehren soll.

Und warum eigentlich die Farbe Türkis?
Weil Orange, Rot, Grün, Braun und Lila schon vergeben sind. Bei der Online-Abstimmung standen dann Rosa und Türkis zur Auswahl. Im August 2014 fiel die Entscheidung: 65 Prozent der 143.000 Teilnehmer stimmten für die Farbe Türkis.

Jetzt wird es XL! Wiener Linien setzen auf 20 Meter lange XL-Gelenkbusse und europaweit einzigartige Elektrobusse
20 Prozent mehr Platz, mehr Kapazität für stark frequentierte Linien und ein umweltfreundlicher Euro-6-Motor: Bis 2019 erneuern die Wiener Linien ihre Busflotte. Spektakulär dabei sind die 62 XL-Gelenkbusse mit einer Länge von 20 Metern und 20 Prozent mehr Platz sowie auch die sieben großen Elektrobusse. Die Elektrobusse mit einer Länge von zwölf Metern sind europaweit die größten Elektrobusse im Linienbetrieb und verfügen über ein einzigartiges Ladesystem. Im Fokus der Modernisierung stehen Umweltfreundlichkeit, niedrigste Emissionswerte, die deutliche Unterschreitung der Euro-6-Norm und ein hoher Fahrgastkomfort. Und natürlich überlässt man nichts dem Zufall. Die zweite Phase der Busmodernisierung der Wiener Linien basiert auf Studien, die gemeinsam mit der technischen Universität Graz durchgeführt wurden. Gegenüber den Vorgängermodellen konnte bei den Gelenkbussen der CO2-Ausstoß um 44 Prozent und die Stickoxide um mehr als das 15-Fache reduziert werden. Was viele nicht wissen: Wien ist die einzige Stadt in ganz Europa, die seit mehr als zwei Jahren zwei Buslinien – und zwar die Linien 2A und 3A – vollständig mit E-Bussen betreibt.

 

Foto: YF-Architekten-Franz-Architekten


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