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Craft Bier und Vintage-Möbel: Shops in Margareten

11. Juni 2015 / von / 0 Kommentare

Zwischen Kettenbrückengasse und Gaudenzdorfer Gürtel, neuem Hauptbahnhof und Linker Wienzeile verändert sich gerade einiges. Restaurants sperren auf, leerstehende Ladenlokale werden als Büros, Ateliers oder Shops neu bespielt und lassen den dicht verbauten, vom Straßenverkehr geprägten Bezirk in einem neuen, freundlicheren Licht erstrahlen – zumindest in einigen Grätzeln, in denen sich Margareten von seiner schönsten und spannendsten Seite zeigt.

Shopper: Marco Weise | Fotos: Igor Ripak

 

Schneiderhof

Kaum betritt man den Raum, erblickt man die für Wiener Verhältnisse wirklich außergewöhnliche wie ergreifend schöne Innenhofterrasse, die einem dann vom Eigentlichen, nämlich von der Mode, ablenkt. Chefin dieses charmanten, im ersten Stock gelegenen Ateliers ist die 28-jährige Romana Zöchling. Sie ist Absolventin der Modeschule Hetzendorf und betreibt den Raum für Mode, Fotografie und Nähworkshops seit Juni 2013. Neben Zöchling, die das Modelabel Ferrari Zöchling betreibt, haben auch noch der Modedesigner Mark Baigent sowie die Fotografin und Journalistin Geli Goldmann hier ihren Arbeitsplatz. Die Mode, die feilgeboten wird, liegt im mittleren Preissegment (zwischen 120 und 320 Euro) und ist hauptsächlich für Frauen gedacht. Zöchling setzt dabei ausschließlich auf Naturfasern und einen Materialmix. Abseits diverser Kollektionen, geht sie auch auf spezielle Kundenwünsche ein, fertigt Taschen und Gürtel. Man kann sich hier nicht nur neu einkleiden, sondern auch gemütlich auf der Terrasse sitzen, einen Kaffee trinken und den Herrgott einen guten Mann sein lassen.

Diehlgasse 51/1. Stock
Mi-Sa 12:00-20:00

 

Ammersin

Wer etwas mit dem Begriff Craft Bier anfangen kann, sollte jetzt besonders gut aufpassen. Denn wer Biere abseits der üblichen Massenabfüller sucht, kann sich beim Shop des Getränkegroßhändlers mit vielen Spezialbieren eindecken. Im Ammersin Magazin auf der Wiedner Hauptstraße gibt es neben einer großen Auswahl an Weinen und Destillaten, Kracherln und Champagnern, diversen Standardbieren auch noch eine wohlfeile Selektion an ober- und untergärigen Gerstensäften aus der ganzen Welt. Da wäre etwa das süffige und dezent bittere wie fruchtige Brooklyn Lager aus New York City, ein schweres belgisches Starkbier aus dem Hause Maredsou oder ein BrewDog Punk IPA aus Schottland. Die Preise für diese Import-Biere sind fair – dafür wird man aber auch nicht wirklich beraten. Aber egal, einfach durchkosten und einmal nicht zum langweiligen Pils greifen.

Wiedner Hauptstrasse 140
Mo-Fr 9:00-18:00
Sa 9:00-15:00

 

Schlossquadrat

Der als Schlossquadrat bekannte Gebäudekomplex am Margaretenplatz ist mit seinen zahlreichen Innenhöfen und Lokalen ein Ort der Erholung und der kulinarischen Vielfalt. Da wäre zum einen der auch von Michael Häupl seit Jahren geschätzte Silberwirt, in dem Wiener Bürgermeister dann gerne mal auf ein Seidel Bier, eine Frittatensuppe und ein halbes Backhuhn einkehrt. Neben bodenständiger Hausmannskost (Gabackenes!) gibt es auch einen schönen wie geräumigen Pawlatschengarten, der einem im Sommer den nötigen Schatten spendet. Die Pizzen in der Trattoria Margareta zählen mitunter zu den besten der Stadt. Knusprig und hauchdünn ist der Teig, den man dann am besten mit Mozzarella di Bufala belegt. Auch super: Pasta. Frühstück, kleine Snacks, Cocktails, hausgemachte Burger und guten Café gibt es dann im Cuadro. Und im Gergely’s werden einem dann saftige Steaks vom irischen oder südamerikanischen Angusrind mit passenden Weinen serviert.

Schloßgasse 21
Mo-So 12:00-24:00

 

Gerstäcker

Der Künstlerfachmarkt ist ein Paradies für alle Kreativen und die, die es noch werden möchten. Denn kaum betritt man den Verkaufsraum, gehen einem bereits zahlreiche Ideen durch den Kopf. Am liebsten würde man gleich hier zum Malen und Basteln, zum Sägen und Hämmern, zum Bildhauen und Modelieren beginnen. Das hier feilgebotene Sortiment umfasst so gut wie alles, was man dazu braucht: Lacke, Acryl-, Öl-, und Aquarellfarben, Keilrahmen, individuelle Rahmenanfertigung, diverse Papiersorten, Skizzenbücher, eine ganze Abteilung mit Pinseln – in allen Formen und Größen – sowie Steine, Gips, Gießformen, Drähte, Metallstücke, Holzblöcke und so weiter und so fort. Auf über 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche lagern 25.000 Artikel – darunter befinden sich auch Fachbücher, damit man das Gekaufte zu großen Kunstwerken werden lassen kann.

Margaretenstraße 113
Mo, Di, Do, Fr: 9:30-18:30
Mi 9:30-19:30
Sa 9:30-17:00

 

Design of 20 Century

In Wien herrscht seit geraumer Zeit ein augenscheinlicher Vintage-Boom. Auf Flohmärkten und in immer mehr einschlägigen Geschäftslokalen wird einem Designware aus verschiedenen Epochen angeboten – es beginnt mit den 1920er-Jahren und reicht hinauf bis in die 1970er. Birgit Nusko hat sich mit ihrem Laden „Design of 20 Century“ vor allen auf die 50er bis 70er-Jahre spezialisiert. Seit über 25 Jahren handelt die Geschäftsinhaberin bereits mit Möbeln und Wohnaccessoires, die sie von diversen Händlern aus ganz Europa und von Privatverkäufern bezieht. Im kleinen Laden am Margaretenplatz findet man neben Design-Klassikern wie Karaffen und Gläser vom finnischen Designer Kaj Frank auch noch Einrichtungsgegenstände aus Holz, Vasen, Geschirr, Sessel, Tische und eine große Auswahl an Lampen. Manche Sammlerstücke haben natürlich ihren Wert, andere Stücke gibt es dann aber auch durchaus zum Schnäppchenpreis.

Margaretenplatz 3
Di-Fr 11:00-19:00
Sa 11:00-16:00

 

Die Radwerkstatt

Ein Fahrrad ist ja der beste Freund im urbanen Straßenverkehr – vor allem im Sommer. Man kommt schnell von A nach B, hat keine Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden. Und das Gestrample ist obendrein noch gesund – mitunter chic, vorausgesetzt man hat kein rostiges Klapperrad. Wer sich in Sachen Fahrrad gerne mal beraten lassen möchte, hat in Wien ja quasi in jedem Bezirk mehrere Möglichkeiten – so auch in Margareten. So ein Spezialist ist Willi Kasvk, der die Radwerkstatt betreibt und noch bei der Radsportlegende Ferry Dusika das Handwerk gelernt hat. Mit dem Ziel, „der Vielfalt an Ansprüchen mit erstklassigem technischen Fachwissen und organisatorischem Geschick gerecht zu werden“, geht die Radwerkstatt an die tägliche Arbeit. Abseits gängiger Reparaturen kann man sich dort auch noch den Fahrradrahmen in seiner Wunschfarbe lackieren lassen. Und für die Dauer der Reparatur wird einem – nach Verfügbarkeit – ein Leihrad zur Verfügung gestellt.

Schönbrunner Straße 102
Mo-Fr 9:00-19:00
Sa 9:00-17:00


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