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Bianca Schwarzjirg: „Mein Motto ist, immer authentisch zu sein“

16. Dezember 2014 / von / 0 Kommentare

„PULS 4“-Moderatorin BIANCA SCHWARZJIRG redet mit uns über ihre Karriere, welche Bedeutung ihre Herkunft für sie hat und wer ihre Playboy-Fotos besser nicht gesehen hätte.

Interview: Dino Šoše | Fotos: Michael Mazohl

Da ich ein Spätaufsteher und Morgenmuffel bin, verpasse ich immer deine Sendung. Bei der Onlinebeschreibung fand ich aber den Satz, dass du das „Allroundgesicht von Puls4“ bist. Was heißt „Allroundgesicht“ und was habe ich bis jetzt alles verpasst?

BIANCA SCHWARZJIRG: Eine Menge (lacht)! Ich mache für PULS 4 seit sieben Jahren das Frühstücksfernsehen. Eine Zeit lang habe ich die Sendung „Pink“ moderiert, das war das Society Magazin, den „Stadtreport“, wo wir Wiener Themen behandelt haben, ich habe die „Google Trends“ gemacht, wo wir jeden Tag die meist gesuchten Begriffe der Österreicher vorgestellt haben und ich mache seit fünf Jahren bei „Austria’s Next Topmodel“ das Backstage-Magazin und bin heuer zum ersten Mal in der Jury.

Was muss man eigentlich frühstücken oder tun, um um 6 Uhr in der Live-Sendung gut gelaunt zu sein?

SCHWARZJIRG: Ahh (lacht), also ich stehe um 3.15 Uhr auf. Nach dem Aufstehen trinke ich zuerst ein großes Glas Holundersaft. Mir hilft das, denn Kaffee um drei Uhr in der Früh geht einfach nicht. Wenn ich in den Sender komme, trinke ich als erstes einen Kaffee und ein Glas Wasser. Der Flo und ich, mein Kollege, essen jeden Tag zusammen ein Müsli. Ich bereite das Müsli mit Haferflocken, Sojajoghurt und Nüssen vor und Flo nimmt immer das geschnittene Obst mit.

Was muss Frühstücksfernsehen beinhalten, um gute Quoten zu haben?

SCHWARZJIRG: Also das Wichtigste sind sympathische Moderatoren (lacht). Es muss einen guten Mix aus Beiträgen geben, wir müssen interessante Gäste haben und die Themen müssen die ÖsterreicherInnen interessieren. Die ZuseherInnen sollen mit guter Laune in den Tag starten, denn die meisten Menschen sind einfach grantig und unzufrieden, wenn sie aufstehen. Ich finde es schön, wenn ich die Leute aufwecken darf und mit ihnen in den Tag starte.

Du warst bei Super RTL, auf Sat1, Puls4, Pink und Kronehit – welche Eigenschaften muss eine erfolgreiche Moderatorin haben?

SCHWARZJIRG: Mein Motto ist, immer authentisch zu sein. Ich halte nichts davon, wenn man sich in der Sendung verstellt. Ich glaube, dass das der Zuschauer einfach spürt und ich glaube, wenn man authentisch und sympathisch ist und bei sich selber bleibt, dass das funktioniert. Bis jetzt hat es bei mir funktioniert.

Aber gibt es trotzdem einen Unterschied zwischen Bianca von PULS 4 und Bianca privat? Bist du auch privat eine Unterhalterin?

SCHWARZJIRG: Ich glaube schon. Das, was die Zuschauer im Fernsehen sehen, ist Bianca, die redet immer viel und kann einen ganzen Tisch zum Lachen bringen. Der einzige Unterschied ist, dass ich privat immer flache Schuhe, Shirts und Jeans trage und in der Sendung habe ich fast immer Kleider an und trage hohe Schuhe.

Deine Wurzeln hast du in Schweden und Kroatien. Inwiefern hat das deine Persönlichkeit geprägt?

SCHWARZJIRG: Ich glaube, sehr. Meine Papa ist Österreicher und hat schwedische Vorfahren. Meine Mutter ist Kroatin mit italienischen Wurzeln. Ich spür’ einfach, dass das Kroatische ein Teil von mir ist, dass ich so stark lebe oder so emotional bin. Als Kind habe ich mit meiner Mutter Kroatisch geredet, habe aber in der Schule damit aufgehört und habe das total verweigert. An der Uni habe ich dann aber wieder Kroatisch-Kurse besucht. Wenn ich die Sprache höre, ist das ein Teil von mir. Und es war mir ganz wichtig, dass ich das auch wieder verstehe. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man zu seinen Wurzeln steht, dass man weiß, woher man kommt.

Denkst du, dass die Vielfalt der österreichischen Gesellschaft in der Medienlandschaft, besonders im TV, angekommen ist?

SCHWARZJIRG: Ich glaube, dass wir da noch viel zu tun haben. Das liegt auf der einen Seite daran, dass unsere Medienlandschaft noch nicht lange vielfältig ist, von den Angeboten her. Außerdem glaube ich, dass Österreich ein sehr konservatives Volk ist und dass viele Sendungsverantwortliche ein bisschen Angst vor dem Feedback haben. Wir sehen das gerade zum Beispiel bei Austria’s Next Topmodel, da haben wir viele KandidatInnen, die einen multikulturellen Hintergrund haben. Egal ob da jemand aus Bosnien kommt, aus der Ukraine oder aus der Türkei – das Spannende ist immer die Fanbase, die diese Leute mitbringen, da sich ja viel mehr Menschen mit ihnen identifizieren können.

4 Antworten ohne Worte

Wie reagierst du, wenn man dich auf der Straße auf deine Playboy-Fotos anspricht?

Bist du ein Fan der Sendung "Die Lugners"?

Was muss eine Moderatorin auf jeden Fall haben?

Wie findest du eigentlich meine Fragen? 

Welches Moderatorenduo sollte deine Hochzeit moderieren?

SCHWARZJIRG: (lacht) Wenn ich das ganz im Kleinen sehe, dann würde ich das wahnsinnig schön finden, wenn das mein Kollege Flo macht, der auch ein sehr guter Freund von mir geworden ist. Wenn ich jetzt sage, dass das eine riesige und pompöse Hochzeit wird mit ganz vielen Gästen, dann würde ich es toll finden, wenn das der Johannes B. Kerner macht, weil ich den wahnsinnig schätze und toll finde. Wir haben einmal in Deutschland eine Hauptabendsendung gemacht, die hieß „Deutschland gegen Österreich“, und da habe ich die Außenwette für ihn moderiert. Ich fand das einfach ganz toll, wie er mit Menschen umgeht. Er ist ins Studio gekommen und hat jeden Einzelnen begrüßt, den Kabelträger und die Putzfrau, und das fand ich einfach so schön. Das war eine Wertschätzung, die er einfach jedem entgegen gebracht hat. Und als Frau würde ich Oprah Winfrey toll finden.

Würdes du nochmal für den Playboy posieren?

SCHWARZJIRG: Ja, würde ich wieder machen. Es hat damals für mich gepasst. Es war die erste Ausgabe des österreichischen Playboys und für mich war es damals ganz cool auf dem ersten Titelblatt zu sein. Ich habe auch mit meinen Eltern gesprochen, weil die dann ja auch das Feedback von Freunden und Kollegen bekommen. Es hat damals gepasst und würde auch jetzt zu meiner Karriere passen. Es wurde damals alles abgeklärt, was man sehen darf und was nicht. Wir haben ein Shooting am Strand gemacht, weil ich gesagt habe: „Wenn man mich oben ohne sieht, dann an einem Ort, wo ich auch normalerweise oben ohne wäre.“

Gibt es Menschen, die deine Fotos im Playboy lieber nicht gesehen hätten?

SCHWARZJIRG: Ich habe lustigerweise ein Feedback bekommen, von einem Schulkollegen, den ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte, der hat geschrieben: „Wie peinlich ist das? Wie traurig ist das?“ Da habe ich mir gedacht, dass er nicht weiß, warum ich das gemacht habe und ich nicht weiß, ob er wirklich die Fotos gesehen hat – aber er urteilt über mich. Dann soll er sich das nicht anschauen. Ansonsten habe ich sehr viel Feedback bekommen, auch von Freunden und Bekannten, die das cool fanden. Ich habe von meiner ehemaligen Musikprofessorin aus der Schule einen handschriftlichen Brief bekommen – ich war in einer Klosterschule – dass sie das wahnsinnig toll findet und dass man viel Mut braucht, um so etwas zu machen. Das war eins der schönsten Feedbacks, abgesehen von der Familie und meinen Freunden. Es war einfach toll, dass meine konservative Professorin aus der Klosterschule, sagt, dass sie die Fotos toll findet.

Was treibt junge Frauen dazu, Model zu werden? Sind sie sich auch der Härten und Risiken des Geschäfts bewusst?

SCHWARZJIRG: Weil alles so geprägt ist von Schönheit, Glanz und Glamour. Viele erwarten sich Glanz, Glamour und Reichtum, andere haben einfach diesen Wunsch schön zu sein und wollen diesem Ideal nahe kommen. Dieses Ideal, das auf Plakaten, Covern und im Fernsehen verkauft wird. Ich glaube, dass die wenigstens eine Ahnung davon haben, wie hart das Business ist.

Zur Person

Die 34-jährige Bianca Schwarzjirg kann auf eine steile Karriere zurückblicken. Seit 2008 moderiert sie das „Café Puls“ Frühstücksfernsehen. Zuvor war sie bereits auf Super RTL und Sat.1 zu sehen.


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